15.04.2020 16:41 |

Wirtschaft unter Druck

IWF erwartet weltweite Verschuldungswelle

Aktuell schätzt der Internationale Währungsfonds (IWF) die direkten finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf 3,3 Billionen Dollar - alleine für dieses Jahr. Es werde zu einer massiv steigenden Verschuldung in fast allen Ländern kommen.

Der IWF rechnet wegen der immensen Folgen der Coronavirus-Pandemie mit einer massiv steigenden Verschuldung rund um den Globus. Die genaue Höhe werde vor allem von der Dauer der Krise abhängen, teilte der IWF am Mittwoch mit. Wichtig sei auch, wie schnell und stark sich die Wirtschaft erholen werde, sobald sich die gesundheitliche Lage stabilisiere. Die Einrichtung der Vereinten Nationen sicherte daher bereits im März Finanzhilfen in der Höhe von einer Billion US-Dollar (900 Milliarden Euro) für betroffene Mitgliedsstaaten zu.

Staatshilfen als Herkulesaufgabe
Aktuell schätzt der IWF die direkten finanziellen Auswirkungen auf 3,3 Billionen Dollar (3 Billionen Euro) pro Jahr - diese enorme Summe wird für höhere Ausgaben im Gesundheitssystem sowie Hilfen für Unternehmen und private Haushalte nötig. Weitere Billionen kämen zusätzlich für Kredite und Bürgschaften hinzu. „Wir sind mit einer noch nie da gewesenen Krise konfrontiert", erklärte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Donnerstag.

Auswirkungen in fast allen Ländern erwartet
Verschlechterte Finanzkennziffern dürfte es in fast allen Ländern der Erde geben. 2019 summierten sich die Staatsschulden auf 83 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Dieser Wert dürfte laut IWF Im Jahr 2020 auf 96,4 Prozent ansteigen. Große Sprünge erwartet der IWF aber auch für die USA auf gut 131 Prozent, Italien auf 155,5 Prozent und Spanien auf über 113 Prozent. Auch Deutschlands Finanzminister Olaf Scholz kündigte bereits an, dass die Schuldenquote des Landes auf zumindest 75 Prozent (von derzeit 60 Prozent) des Bruttoinlandsprodukts anwachsen werde.

Große Wirtschaftsmächte besonders betroffen
Besonders hohe Haushaltsdefizite erwartet der IWF in den USA und China mit 15,4 beziehungsweise 11,2 Prozent der Wirtschaftsleistung. In Europa werden Italien und Spanien, die von der Pandemie besonders stark getroffen sind, deutlich höhere Defizite anhäufen als etwa Deutschland.

Coronavirus droht Afrika weit zurückzuwerfen
Besonders schwierig dürfte die Lage vor allem für Schwellen- und Entwicklungsländer werden. Alleine in diesem Jahr dürfte die Wirtschaftsleistung in den Staaten südlich der Sahara um 1,6 Prozent schrumpfen, die Einkommen pro Person könnten gar um vier Prozent sinken. Die Lebensbedingungen drohen sich damit drastisch zu verschlechtern. Der Währungsfonds stellt daher Schuldenerleichterungen und Finanzhilfen für 32 Länder der Region bereit.

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Dienstag, 02. Juni 2020
Wetter Symbol

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.