10.04.2020 10:06 |

Riesige Staatsqualle

Forscher filmen 47 Meter lange Tiefsee-Kreatur

Höchst ungewöhnlichen Aufnahmen sind einem Forscherteam des Schmidt Ocean Institute in der Tiefsee vor der Westküste von Australien gelungen. Mit einem Unterwasser-Roboter filmte es in etwa 630 Metern Tiefe eine riesige sogenannte Staatsqualle, die den Wissenschaftlern zufolge rund 47 Meter lang war und damit als das größte je dokumentierte Exemplar dieser Art gilt.

Die seilartige Kreatur wurde mithilfe eines ferngesteuerten Unterwasser-Fahrzeugs (ROV) in den Ningaloo Canyons vor der Küste Westaustraliens aufgenommen. „Schauen Sie sich diese wunderschöne riesige Staatsqualle an, die während der Ningaloo-Canyons-Expedition gefilmt wurde. Es ist wahrscheinlich, dass dieses Exemplar das größte ist, das jemals aufgezeichnet wurde“, postete das Schmidt Ocean Institute auf Twitter.

Tiere leben in totaler Finsternis
Staatsquallen sind stockbildende und freischwimmende Nesseltiere, die zur Klasse der sogenannten Hydrozoen zählen und sich aus vielen einzelnen Polypen und Medusen zusammensetzen. Sie halten sich - in totaler Finsternis - am Meeresgrund auf und werden daher kaum gesehen.

Der Name Staatsqualle verweist auf die Organisation dieser bizarren Meeresbewohner, bei denen die Individuen nur dank ihrer ausgefeilten Arbeitsteilung überleben. Jeder einzelne Polyp spezialisiert sich nach und nach auf bestimmte Aufgaben, für die er sich morphologisch anpasst. Die Einzeltiere sind derart vielgestaltig, dass man sie fast als Organe eines einzigen Organismus betrachten kann.

Bei Expedition 30 neue Arten entdeckt
Während einer einmonatigen wissenschaftlichen Expedition wurden von den Forschern an Bord des Forschungsschiffes R/V Falkor des Schmidt Ocean Institute außerdem noch bis zu 30 neue Unterwasserarten (siehe Video oben) entdeckt.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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