29.07.2010 16:36 |

GP von Ungarn

Red Bull hat auch in Budapest sehr gute Chancen

Zum bereits 25. Mal seit der Premiere 1986 geht am Sonntag in Budapest der Formel-1-Grand-Prix von Ungarn in Szene. Das Rennen auf dem engen und welligen Kurs nahe der Hauptstadt gilt auch als das "Heimrennen" der österreichischen Fans. Daumen drücken können sie dort derzeit keinem rot-weiß-roten Fahrer, dafür aber dem Red-Bull-Team.

Das austro-englische Team startet unter österreichischer Flagge, womit bei jedem Sieg und auch bei einem eventuellen Konstrukteurstitel die Bundeshymne erklingen würde. Die Chancen stehen gut, auch wenn die Red Bulls mit ihrer bisherigen Überlegenheit phasenweise fast schon fahrlässig umgegangen sind. In zehn von bisher elf Rennen startete ein RB6-Renner aus der Pole-Position, fünf davon endeten danach aber auch mit Siegen für Red Bull Racing.

Fast noch fataler ist, dass sich Mark Webber (3) und Sebastian Vettel (2) die Erfolge so aufteilten, dass nach mehr als der Hälfte der Rennen keiner von den beiden in Führung liegt, sondern sie sich vielmehr hinter WM-Leader Lewis Hamilton (157) und dessen McLaren-Teamkollegen Jenson Button (143) mit jeweils 136 Punkten Platz drei teilen müssen. In der Konstrukteurs-WM führt McLaren mit 300 Zählern vor Red Bull Racing (272) und Ferrari (208).

Ferrari ist wieder da
Zu allem Überdruss ist seit Hockenheim mit Ferrari wieder ein zusätzlicher Gegner erwacht. Davor in Silverstone noch deklassiert, haben die Roten aus Maranello offenbar ein Erfolgsgeheimnis von RBR erfolgreich abgekupfert. Es dürfte sich dabei weniger um den angeblasenen Diffusor, sondern vielmehr um die "flexiblen" Frontflügel handeln, die sich bei Highspeed nach unten verformen.

Am Hockenheim-Start hatte es darüber große Aufregung gegeben, weil die Red Bull und Ferraris deutlich tiefer lagen als die anderen. FIA-Inspektor Jo Bauer hatte die Flügel aber für legal erklärt. "Es geht darum, dem Untersteuern der Autos mittels der Frontflügel-Aerodynamik entgegenzusteuern, da sind einige Teams den anderen voraus", erklärte Williams-Miteigner Toto Wolff.

Gegenseitiges Abkupfern
Red Bull Racing verfügt seit Saisonbeginn über das schnellste Auto im Feld. In der Formel 1, in der keine technische Neuerung länger als zwei Monate geheim bleibt, hatte man seitdem wie üblich gegenseitig abgekupfert, wo es nur ging. Red Bull und Co bauten den F-Schacht von McLaren nach, dafür orientierte sich die Konkurrenz umgekehrt am Meisterwerk RB6 von Adrian Newey. Zumindest Spionage-Großmeister Ferrrari ist offenbar nun auf der richtigen Spur. "Wir wussten schon vor Hockenheim, dass wir wieder dabei sind", meinte Fernando Alonso selbstbewusst.

Alonso hat wie Weltmeister Jenson Button auf dem engen und winkeligen Hungaroring, der nur 19 Kilometer vom Budapester Stadtzentrum entfernt liegt, seinen ersten GP-Sieg gefeiert. Und der Spanier ließ nach seinem Comeback-Sieg in Deutschland gleich alle Welt wissen, dass er den Kampf um den Titel noch lange nicht aufgegeben hat. Weil Ferrari dazu gnadenlos als bisher einziges Team eine strikte Teamorder einhält, darf man die Italiener daher nicht unterschätzen.

Der rutschige und wellige Hungaroring, der den Fahren keine Pause gönnt und auf dem gleich 70 Runden (mehr werden nur in Monaco gefahren) zu absolvieren sind, favorisiert traditionell Autos mit gutem mechanischem Grip. "Hier brauchst du ein wirklich gutes Auto", so WM-Leader und Vorjahres-Sieger Hamilton.

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