20.03.2020 21:51 |

Ausgangsbeschränkungen

Söder: „Bayern wird jetzt vorgehen wie Österreich“

Zur Eindämmung des Coronavirus hat Bayern als erstes Bundesland in Deutschland weitreichende Ausgangsbeschränkungen angekündigt. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist ab Samstag nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt, wie der bayerische Ministerpräsident Markus Söder am Freitag deutlich machte. Sein Bundesland werde jetzt so vorgehen wie Österreich. Denn es gebe trotz der bereits verhängten Maßnahmen nach wie vor noch sehr viele Gruppenbildungen. „Wir können das nicht mehr akzeptieren“, sagte der CSU-Chef.

Zu den triftigen Gründen für das Verlassen der eigenen Wohnung zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere, Besuche von Lebenspartnern, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft - dies aber nur alleine oder mit den Personen, mit denen man zusammenlebt.

Es gehe der Landesregierung aber nicht darum, jetzt alles zuzusperren und einen „Lagerkoller“ zu verursachen. „Frische Luft tut gut“, sagte Söder. Auch könne jeder nach wie vor in die Arbeit gehen, sofern dies notwendig sei und nicht von zu Hause aus gemacht werden könne. Allerdings dürfe es keine Menschenansammlungen mehr geben.

„Werden auch Gastronomie schließen“
Wegen der Corona-Krise wollen die deutschen Bundesländer nach seinen Angaben auch weitere deutliche Einschränkungen für Gastronomiebetriebe umsetzen. „Wir werden auch die Gastronomie ab Samstag grundlegend schließen“, sagte Söder. „Keine Gastronomie hat mehr geöffnet, nur noch, wenn es um To-go, Drive-in oder entsprechende Lieferungen geht. Dies ist auch etwas, was nahezu alle Bundesländer jetzt umsetzen wollen.“ Bayern grenzt an Tschechien und Österreich sowie über den Bodensee indirekt an die Schweiz.

Auch das Saarland will Ausgangsbeschränkungen erlassen
Auch das an Frankreich und Luxemburg grenzende Saarland will im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus eine Ausgangsbeschränkung erlassen. Das wollte Ministerpräsident Tobias Hans noch am Freitag dem Kabinett zum Beschluss vorschlagen, teilte die Staatskanzlei in Saarbrücken mit. Als Reaktion auf die Sorglosigkeit vieler Menschen hatte die Diskussion über Ausgangssperren oder Betretungsverbote von Parks und Plätzen in Deutschland vorher an Fahrt aufgenommen. 

Über 15.000 Infizierte in Deutschland
Weitergehende Maßnahmen seien zudem denkbar. Inwieweit der Bund dem Beispiel Bayerns folgen wird, ist offen. Kanzlerin Angela Merkel wird mit den Ministerpräsidenten der Länder am Sonntag über die Notwendigkeit weiterer Schritte beraten. In Deutschland sind bisher mindestens 15.030 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. 44 mit SARS-CoV-2 Infizierte sind bislang bundesweit gestorben, zwei weitere Deutsche nach Auskunft des Robert-Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten.

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