15.03.2020 14:17 |

„Nur noch Minimum“

Kammer rät Ärzten zu weniger Patientenkontakten

Die Wiener Ärztekammer rät den niedergelassenen Ärzten in der Bundeshauptstadt, ihren Kontakt zu Patienten auf das Minimum zu reduzieren. Untersuchungen und Behandlungen wie Routine-, Kontroll-, Vorsorge- und Nachsorgeuntersuchungen, die nicht dringend oder zeitgebunden sind, sollten nicht mehr durchgeführt werden. Auch Untersuchungen von Schwangeren fallen darunter.

Gegebenenfalls sollten telefonische Konsultationen erfolgen, heißt es in der Mittelung der Kammer, die demnächst an die Ärzte ergehen wird. Die Empfehlung zur Kontaktvermeidung richtet sich insbesondere an Ordinationsmitarbeiter und Ärzte aus der Risikogruppe, also Menschen über 60 Jahren oder mit Grunderkrankungen. In größeren ärztlichen Einheiten - etwa Gruppenpraxen oder Praxisgemeinschaften - soll nach Möglichkeit nur noch ein Arzt anwesend sein.

Ärztefunkdienst soll verstärkt werden
Jene Ärzte, die durch einen eingeschränkten Ordinationsbetrieb freie Kapazitäten haben, werden von der Kammer gebeten, ihre Kollegen beim Ärztefunkdienst bei der Untersuchung von Verdachtsfällen zu unterstützen. Derzeit warten in Wien etwa 300 Verdachtsfälle zu Hause auf einen Abstrich, die Wartezeit beträgt laut Kammer ungefähr einen Tag. Insgesamt wurden bisher etwa 1600 Abstriche zur Abklärung einer Coronavirus-Infektion durchgeführt, bis zum Samstagabend waren 65 Proben positiv.

Derzeit sind laut Kammer untertags zehn und in der Nacht zwölf Autos des Ärztefunkdiensts unterwegs. Die Arbeitsplätze in der Leitstelle wurden mittlerweile verdoppelt, in den sieben Spitälern des Wiener Krankenanstaltenverbunds übernehmen ab Montag täglich 21 Ärzte des Ärztefunkdiensts in vorgelagerten Versorgungseinheiten die Zuordnung von Patienten.

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