12.03.2020 12:50 |

„Ohne Rücksprache“

EU-Spitze stößt US-Einreiseverbot sauer auf

Das Einreiseverbot in die USA, das Präsident Donald Trump in der Nacht auf Donnerstag wegen der Angst vor der Ausbreitung des Coronavirus über Europäer verhängt hat, stößt der Europäische Union sauer auf. EU-Ratspräsident Charles Michel und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen beklagten am Donnerstag in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass die USA diese Entscheidung „einseitig und ohne Rücksprache“ getroffen habe.

„Der Coronavirus ist eine globale Krise, die nicht auf einen Kontinent beschränkt ist. Dies erfordert Kooperation und keine einseitigen Handlungen“, heißt es darin. Die Europäische Union treffe strenge Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus zu begrenzen.

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwochabend einen Einreisestopp für Nicht-Amerikaner aus EU-Ländern für 30 Tage verhängt. Die überraschende Maßnahme im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie soll von Freitag ab Mitternacht gelten. Einreisen dürfen nur US-Bürger und Ausländer mit dauerhaftem Wohnsitz in den Vereinigten Staaten mit ihren engsten Familienmitgliedern. Flüge von Europa aus sind noch zu einigen Flughäfen mit strengen Ankunftskontrollen der Passagiere möglich.

Virus breitet sich auch in den USA zunehmend aus
In den USA breitet sich das Virus zunehmend aus. Bisher sind mindestens 37 Menschen daran gestorben, mehr als 1100 Personen sind infiziert. Die Dunkelziffer dürfte jedoch deutlich höher liegen, weil in den USA erst 11.000 Tests durchgeführt wurden.

Das von den USA verhängte Einreiseverbot trifft in den Frühlingsmonaten pro Monat über 50.000 Personen aus Österreich, geht aus Daten der Statistik Austria hervor.

Tote auch in Lateinamerika
Auch in Lateinamerika ist das Virus auf dem Vormarsch. Zwar ist die Zahl der Infizierten bisher um ein Vielfaches geringer als in Europa, doch waren bis zum Mittwochabend 141 Fälle in Ländern Lateinamerikas bestätigt, dazu 16 in der Karibik. Auch zwei Todesfälle gab es laut dem auf den Subkontinent spezialisierten Internetportal „amerika21.de“ bereits: In Argentinien und Panama. Insgesamt waren nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in der US-Stadt Baltimore bis Mittwoch 13 lateinamerikanische Staaten von dem Virus betroffen. Die meisten Fälle gibt es in Brasilien mit 37.

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