Prozess in Linz:

Baby zu Tode gequält, Vater floh ins Ausland

Alessia wurde nur drei Monate alt. Ihr Vater soll die Kleine mehrmals so heftig geschüttelt und in die Luft geworfen haben, dass sie Gehirnblutungen und einen Atemstillstand erlitt. Am 27. Oktober 2016 starb der Säugling in einem Linzer Spital. Erst jetzt musste sich der Vater vor Gericht für ihren Tod verantworten.

Wie in Zeiten von Corona üblich, wurde der 36-jährige Pakistani mit Mundschutz aus der U-Haft vorgeführt. Er hatte sich nach dem Tod seiner kleinen Tochter ins Ausland abgesetzt. Zuerst nach Ungarn, dann nach Italien, von wo er im November 2019 mit internationalem Haftbefehl nach Österreich ausgeliefert wurde. Für den Tod des Säuglings fühlt sich der einstige Asylwerber, der zu Hause in Pakistan weitere zwei Töchter, sechs und acht Jahre alt, hat, nicht verantwortlich. Er schiebt die Schuld auf Alessias Mutter.

Mutter beschuldigt ihn schwer
Gerade die Rumänin aber beschuldigt den Angeklagten schwer. 2015 hatte sich das Paar kennengelernt. Mit Baby Alessia war es in eine Wohnung in Linz gezogen – einzige Möbel waren damals noch eine Couch und ein Einkaufswagen. „Sie hat dem Baby oft die Windeln nicht gewechselt und ihm auch nichts zu essen gegeben“, stellt der Pakistani die 35-jährige Mutter in ein schlechtes Licht. Er hingegen habe sich immer um das Kind gekümmert.

Bald geschüttelt
Die Mutter sagte jedoch 2016 bei der Polizei aus, dass er schon wenige Tage nach der Geburt angefangen habe, die Kleine zu schütteln, in die Luft und Richtung Mutter zu werfen. Am 4. Oktober fiel den Eltern auf, dass Alessia „Arme und Beine unnatürlich angespannt und einen starren Blick hat“. Sie verständigten den Notarzt, der einen cerebralen Anfall mit Herzstillstand diagnostizierte. Im Spital wurden auch ältere Einblutungen im Gehirn festgestellt – und der Vater setzte sich ab.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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Mittwoch, 21. Oktober 2020
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