22.07.2010 10:35 |

Dealer hat investiert

Drogengeld für Altersvorsorge in der Schweiz

Kein Luxusauto, keine noblen Partys: Statt überschwänglich wie die meisten Dealer, hat ein 25-jähriger Drogenbaron in Klagenfurt ein bodenständiges Leben geführt. Das schmutzige Geld aus den Suchtgiftgeschäften investierte der Kroate lieber in seine Altersvorsorge, in einen Fonds in der Schweiz. Jetzt klickten die Handschellen.

3,5 Kilo hochwertiges Heroin, Kokain und Cannabis hatte der 25-Jährige in Klagenfurt von Hintermännern übernommen und an seine Unterhändler weitergegeben. Nachdem sechs dieser Händler - sie belieferten wiederum mehr als 160 Süchtige - festgenommen worden waren, ging den Beamten jetzt auch der Kroate ins Netz. "Er ist sehr professionell vorgegangen und nahm selber keine Drogen; außer zur Qualitätskontrolle", weiß der Polizeiermittler Alfred Fina.

Die Festnahme des 25-Jährigen, der als Mechaniker gearbeitet hatte, erfolgte am Dienstag so unspektakulär, wie der Dealer gearbeitet hatte: Auf offener Straße schlugen die Beamten zu und legten dem Drogenboss die Handschellen an.

Drogengeld in Ivestmentfonds
330.000 Euro soll er bei Drogengeschäften umgesetzt haben. Als die Frage auftauchte, was er mit den Gewinnen gemacht hat, staunten die Ermittler ein weiteres Mal. Der Dealer hatte sich Rat bei einem Vermögensberater geholt: Das Drogengeld wurde sodann in einem Schweizer Investmentfonds gebunkert.

Jetzt laufen die Polizeiermittlungen zu den Hintermännern, die das Suchtgift über Slowenien nach Kärnten geschmuggelt hatten. Denn auch nach der Razzia in Kärntens Drogenumschlagplatz Nummer eins, einem Asylantenheim in Klagenfurt, floriert das Drogengeschäft nach wie vor. 

von Thomas Leitner, "Kärntner Krone"
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