„Wird noch dauern“

Coronavirus: USA starten erste Tests mit Impfstoff

Ausland
04.03.2020 10:33

Die US-Arzneimittelzulassungsbehörde FDA hat nach Angaben von Gesundheitsminister Alex Azar grünes Licht für erste klinische Tests eines potenziellen Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus gegeben. Azar äußerte sich am Dienstag nach einem Besuch des Nationalen Gesundheitsinstituts in Bethesda (Maryland) mit US-Präsident Donald Trump. Azar und Trump wurden dabei vom Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, begleitet. Fauci sagte, dass der bisherige Zeitplan für einen Impfstoff unverändert bleibe. „Der ganze Prozess wird mindestens ein oder eineinhalb Jahre dauern.“ Etliche Labors weltweit forschen derzeit an Impfstoffen.

In den USA stieg die Zahl der Todesopfer durch das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 unterdessen auf neun an. Alle Toten wurden im Bundesstaat Washington an der Westküste gemeldet. Azar sagte, inzwischen seien 108 Fälle von Infektionen in den USA festgestellt worden. Trump hatte sich in den vergangenen Tagen bemüht, eine etwaige Gefahr durch das Virus in den Vereinigten Staaten herunterzuspielen. Er betonte wiederholt, dass die USA auf eine mögliche Ausbreitung vorbereitet seien.

Handdesinfektionsmittel sind in diesem US-Supermarkt bereits ausverkauft. (Bild: AP)
Handdesinfektionsmittel sind in diesem US-Supermarkt bereits ausverkauft.

Zahl der Corona-Fälle in China sinkt weiter
Die Zahl der Fälle in China sinkt derweil weiter. Am Dienstag habe es 119 neue Fälle gegeben, teilten die chinesischen Behörden am Mittwochvormittag (Ortszeit) in Peking mit. 38 Menschen seien am Dienstag an der Krankheit gestorben, um sieben mehr als am Vortag. Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen stieg damit auf 80.270, die Zahl der Toten auf 2981. Auf die zentrale Provinz Hubei entfielen am Dienstag 37 Todesfälle und 115 Neuinfektionen.

Daten aus Wuhan zeigen, dass die Menschen gut mit der Quarantäne umgehen können - so lange sie den Sinn dahinter sehen. (Bild: AFP)
Daten aus Wuhan zeigen, dass die Menschen gut mit der Quarantäne umgehen können - so lange sie den Sinn dahinter sehen.

Schnellste Ausbreitung in Südkorea
Südkorea blieb unterdessen jenes Land, in dem sich das Coronavirus derzeit am schnellsten ausbreitet. Am Dienstag seien 516 neue Fälle bestätigt worden, berichteten die Behörden in Seoul. Damit blieb der Zuwachs jedoch unter dem Wert des Vortages, als fast 600 neue Fälle gemeldet wurden. Insgesamt sind 5328 Menschen in Südkorea mit dem Coronavirus infiziert worden, 32 Menschen starben bisher.

Südkorea: Menschen stehen Schlange, um Gesichtsmasken zu kaufen. (Bild: AFP)
Südkorea: Menschen stehen Schlange, um Gesichtsmasken zu kaufen.

1000. Coronavirus-Fall in Japan
In Japan meldeten die Behörden indes den 1000. Coronavirus-Fall. Die jüngste Infektion betraf einen Mann zwischen 40 und 49 Jahren in der westlichen Präfektur Yamaguchi. Damit breitete sich das Virus weiter im Land aus, was fünf Monate vor den Olympischen Spielen in Tokio eine Hiobsbotschaft für deren Organisatoren war und Spekulationen über eine Absage oder Verschiebung des Sport-Großereignisses anheizte.

Japan hält weiterhin an Olympischen Spielen fest
Offiziell hält Tokio aber weiterhin an der Austragung der Olympischen Spiele fest. Der olympische Minister Seiko Hashimoto hatte zuvor erklärt, dass in Tokios Vertrag mit dem Internationalen Olympischen Komitee eine Verschiebung bis Ende des Jahres „hineininterpretiert“ werden könne. Die Regierung halte aber weiterhin daran fest, die Spiele am 24. Juli zu eröffnen, sagte Hashimoto. Auch das Internationale Olympische Komitee dementierte Pläne für eine Verschiebung. „Wir gehen davon aus, dass die Spiele am 24. Juli beginnen. Alle Ratschläge der Weltgesundheitsorganisation sind, dass die Spiele stattfinden können“, sagte IOC-Sprecher Mark Adams am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Lausanne.

Nippon Budokan Arena (Bild: AP)
Nippon Budokan Arena

Irak meldete ersten Toten in der arabischen Welt
Mit dem Irak hat das erste Land der arabischen Welt einen Toten durch das neuartige Coronavirus gemeldet. Dabei handle es sich um einen 70-Jährigen aus den kurdischen Autonomiegebieten im Norden des Iraks, meldete die staatliche Nachrichtenagentur INA am Mittwoch unter Berufung auf die lokale Gesundheitsbehörde. Der Mann sei Geistlicher in einer Moschee der Stadt Sulaimanija gewesen.

Im Irak desinfizieren Männer eine Moschee. (Bild: AFP)
Im Irak desinfizieren Männer eine Moschee.

Facebook will Falschinformationen löschen
Facebook kündigte aus gegebenem Anlass an, keine Verbreitung von falschen Informationen und Verschwörungstheorien über das neuartige Coronavirus mehr zulassen zu wollen. Das Online-Netzwerk werde sie entfernen und dabei den Einschätzungen globaler Gesundheitsorganisationen folgen, kündigte Gründer und Chef Mark Zuckerberg am Mittwoch an.

Zudem werde keine Werbung zugelassen, mit der die Krise ausgenutzt werden solle - zum Beispiel mit der Behauptung, bestimmte Produkte könnten die Krankheit heilen. Für Facebook ist das Vorgehen eine Ausnahme von der Linie, nicht entscheiden zu wollen, was falsch und was richtig ist. So war das Online-Netzwerk für die Entscheidung kritisiert worden, auch nachweislich falsche Aussagen von Politikern unkommentiert auf der Plattform zu lassen. Im Fall der Coronavirus-Unwahrheiten griffen aber die Facebook-Regeln, die es verböten, Menschen in Gefahr zu bringen, erklärte Zuckerberg.

Symbolbild (Bild: NIAID-RML)
Symbolbild

Die Weltgesundheitsorganisation WHO bekomme unterdessen so vielen kostenlosen Anzeigenplatz bei Facebook wie benötigt. Und auch andere Organisationen würden unter anderem mit Gutscheinen für Werbung unterstützt. Forscher erhielten Zugang zu anonymisierten und verallgemeinerten Facebook-Daten, um die Ausbreitung der Infektionen besser zu verstehen.

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