01.03.2020 14:26 |

Ludwig vor Wien-Wahl:

„Das Ergebnis zu halten wäre ein großer Erfolg“

In sieben Monaten wird in Wien wieder gewählt und die Parteien bringen sich bereits in Stellung. Selbst Heinz-Christian Strache steigt wieder in den politischen Ring. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) muss sich, seit seiner Amtsübernahme von Vorgänger Michael Häupl, erstmals einer Wahl als Wiener SPÖ-Chef stellen. „Das Ergebnis von 2015 zu halten, wäre ein großer Erfolg“, so Ludwig im krone.tv-Talk mit Moderator Gerhard Koller über seine Ziele für die Wahl, welche voraussichtlich am vierten oder elften Oktober über die Bühne gehen wird.

Eine Sonntagsumfrage des renommierten OGM-Instituts zeigt: Michael Ludwig würde Bürgermeister bleiben. Zwar liegt die SPÖ im Moment mit 36 Prozent um drei Prozent hinter Häupls Ergebnis von 2015, eine realistische Mehrheit gegen Ludwig scheint aber auch nicht möglich zu sein. „Die Bedingungen für uns sind, wie schon im Jahr 2015, sehr herausfordernde. wenn wir dieses Ergebnis halten können, wäre das zweifellos ein großer Erfolg.“

„Bin für kurzen und fairen Wahlkampf“
Was dem Bürgermeister und die Wiener SPÖ von der Bundespartei unterscheide sei, dass er auf „politische Stabilität“ Wert lege. Und genau das würden die Menschen in Wien wollen, weshalb Ludwig optimistisch in den kommenden Wahlkampf blickt: „Ich möchte mein Programm für die Wiener Bevölkerung in Ruhe abarbeiten, ich bin daher für einen sehr kurzen Wahlkampf in den Septemberwochen nach der Sommerpause.“

„Ganztagesschule ist das beste pädagogische Modell
Und trotzdem zögerte der Wiener SPÖ-Chef nicht, letzte Woche unter dem Motto „Entschlossen für Wien“, seine inhaltlichen Schwerpunkte für das Wahljahr zu präsentieren. Ganz oben auf der Agenda stehen dabei die neuen Gratis-Ganztagesschulen, die ihren Start an insgesamt 63 Standorten haben sollen. Danach sollen jährlich zehn weitere dazukommen. „Wenn man den Experten zuhört, ist das System der Ganztagesschule einfach das beste pädagogische Modell. Auch die Eltern werden dadurch entlastet“, ist Ludwig überzeugt. Weiters verspricht er zusätzliche Pflegekräfte und den Ausbau der von ihm eingeführten Ordnungswachen.

Dass sich sowohl Rot als auch Grün im Moment immer mehr voneinander abgrenzen würden, sei „vor einem Wahlkampf ganz normal“. Die Wählerinnen und Wähler müssten schließlich genau wissen, welche Partei für was steht. Keine Einigung gibt es aktuell beim Lobau-Tunnel und bei mehreren geplanten 30er-Zonen wie der Praterstraße und der Gumpendorfer Straße.

Ludwig warnt vor türkis-grün-pinker Mehrheit
Was die Koalitionsfrage für die Zeit nach der Wahl betrifft, diese würde sich, so Ludwig, „im Moment noch nicht stellen“. Eine erneute Koalition mit den Grünen scheint daher genauso wahrscheinlich wie eine mögliche Zusammenarbeit mit der ÖVP. Letztere kann sich, laut der Sonntagsfrage, aktuell über eine Verdoppelung der Stimmen freuen. Am Samstag wurde zudem Spitzenkandidat und Finanzminister Gernot Blümel beim ÖVP-Landesparteitag mit eindeutiger Mehrheit wiedergewählt.

Aber auch wenn die aktuellen Umfragen was anderes vorhersagen, nimmt Ludwig eine mögliche türkis-grün-pinke Mehrheit gegen ihn selbst sehr ernst: „Es gibt offensichtlich immer wieder Gespräche, einen sozialdemokratischen Bürgermeister zu verhindern.“

Markus Steurer
Markus Steurer
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