19.02.2020 17:17 |

DNA-Spuren

Soldat getötet: Beide Schäferhunde bissen zu

Nach der tödlichen Hundeattacke auf einen 31-jährigen Soldaten in der Wiener Neustädter Flugfeld-Kaserne sind am Mittwoch Inhalte des DNA-Gutachtens bekannt geworden. „Bissspuren konnten beiden Hunden („Hati“ und „Ragna“, Anm.) zugeordnet werden“, so Erich Habitzl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt. Zuvor war man davon ausgegangen, dass der ältere „Hati“, ein für Zugriffe ausgebildeter Diensthund des Jagdkommandos, „eher zugebissen hat“, wie es vom Bundesheer hieß.

Die tödliche Attacke hatte sich im November vergangenen Jahres ereignet. Der Oberwachtmeister des Jagdkommandos aus dem Bezirk Mödling war unter anderem für Auslauf und Fütterung der Tiere zuständig gewesen. Er war am Vortag gegen 16 Uhr zur Zwingeranlage aufgebrochen, um fünf Hunde in der Kaserne zu betreuen, und wurde gegen 2 Uhr früh tot aufgefunden. Zuvor hatte der diensthabende Offizier die zwei freilaufenden Malinois bemerkt. Der Offizier weckte einen Hundeführer auf, der die beiden Tiere wieder einsperrte und den leblosen Kollegen vor dem Zwinger fand.

Seitens des Bundesheeres hatte man bisher angenommen, dass „,Hati‘ eher zugebissen hat“, sagte Sprecher Michael Bauer am Mittwochnachmittag zur APA. Dass das DNA-Gutachten laut einem Bericht der „Salzburger Nachrichten“ nun zu einem anderen Ergebnis kommt, werde seitens des Heeres „zur Kenntnis genommen“.

„Das heißt nicht, dass der Hund nicht beißen kann“
Bei „Ragna“ sei zwar eine Beißhemmung festgestellt wurden, dies heiße aber nicht, dass das Tier nicht zubeißen könne, erklärte der Bundesheersprecher. „Das heißt lediglich, dass der Hund nicht jene Konsequenz beim Beißen hat, die er als Schutzhund benötigen würde“, konkretisierte Bauer. Das Bundesheer habe die internen Untersuchungen zu dem Vorfall im Dezember abgeschlossen, alle weiteren Schritte würden nun der Staatsanwaltschaft obliegen.

Am Personenkreis, gegen den ermittelt wird, änderte sich vorerst nichts. Als verdächtig galten weiter der für die Tiere zuständige Hundeführer und „Verantwortliche des Bundesheers, die nicht konkret ausgeforscht sind“. Nachgegangen wird dem Verdacht der grob fahrlässigen Tötung sowie der Gefährdung der körperlichen Sicherheit

Bundesheer sprach von „schwerer Konfliktsituation“
Der Untersuchungsbericht des Bundesheeres war noch vor Weihnachten der Anklagebehörde übermittelt worden. Er kam zum Ergebnis, dass eine „schwere Konfliktsituation“ zwischen dem getöten Hundeführer und dem für Zugriffe ausgebildeten Malinois „Hati“ vorgelegen habe. Warum, lasse sich „aufgrund fehlender Zeugen und der noch ausstehenden gerichtsmedizinischen Analysen nicht näher definieren“.

Bei dem als verdächtig geltenden Hundeführer handelt es sich um den Besitzer der beiden in den Fall involvierten Tiere. Weil er sich am 13. November bei einer Übung befand, brachte er die beiden Malinois im Zwinger der Wiener Neustädter Kaserne unter. Nicht seitens des Bundesheeres gedeckt war jedenfalls das Einstellen von „Ragna“, der wegen seines Vorverhaltens als Diensthund ausgeschlossen worden war und fortan als Privathund galt.

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