19.02.2020 10:55 |

Aus nach 43 Jahren

Französisches Pannen-AKW wird abgeschaltet

Das umstrittene französische Atomkraftwerk Fessenheim nahe der deutschen Grenze geht am Wochenende vom Netz. Ein entsprechendes Dekret der Regierung wurde am Mittwoch offiziell veröffentlicht. Am Samstag soll der erste Druckwasserreaktor heruntergefahren werden, der zweite Reaktor soll Ende Juni folgen. Damit endet der Betrieb des ältesten französischen AKWs nach 43 Jahren.

Die Anlage, die direkt an der deutschen Grenze liegt und von Basel nur 50 Kilometer entfernt ist, war in der Vergangenheit in Deutschland und der Schweiz heftig kritisiert worden. Fessenheim liegt in einem Erdbebengebiet, das Kraftwerk ist gegen einen Flugzeugabsturz oder Anschlag unzureichend geschützt, und es kam immer wieder zu Pannen.

Ein „enormes Risiko für die ganze Region“ sei der Atommeiler, heißt es etwa aus dem grün regierten Baden-Württemberg. Von der Umweltorganisation BUND heißt es sogar, das Kraftwerk hätte nie in Betrieb gehen dürfen.

Eigentlich hatte Frankreichs Regierung die Schließung schon für 2016 zugesagt. Die tatsächliche Außerbetriebnahme kommt also mit einigen Jahren Verzögerung. Der Rückbau dürfte Jahre dauern.

58 Atommeiler in Frankreich am Netz
In Frankreich sind derzeit 58 Atomreaktoren in Betrieb. Nach Angaben des Netzbetreibers RTE standen sie im vergangenen Jahr für rund 71 Prozent der Stromproduktion. Das ist mit Abstand der größte Anteil weltweit. Neben den beiden Reaktoren in Fessenheim haben auch andere die vorgesehene Altersgrenze von 40 Jahren bereits überschritten.

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