17.02.2020 19:47 |

Angespannte Lage

Sturm „Dennis“: England und Wales unter Wasser

Sturm „Dennis“ ist zwar abgezogen, doch nach wie vor gibt es keine Entwarnung in Großbritannien. Heftige Regenfälle, die auch noch in den kommenden Tagen andauern sollen, haben weite Teile von England und Wales unter Wasser gesetzt. Für zwei Flüsse im Westen Englands galt am Montag weiter die höchste Warnstufe. Der Chef des Umweltamts, James Bevan, sagte der BBC, bis Mitte der Woche müsse mit weiteren schweren Überschwemmungen gerechnet werden. Tausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. In britischen Medien ist bereits von fünf Toten die Rede.

Am Sonntag sei die Leiche eines etwa 60-jährige Mannes aus dem Fluss Tawe im Süden von Wales geborgen worden. Samstagfrüh seien vor der Südküste Englands bei rauer See zwei Leichen geborgen worden. Ein Mann und eine Frau würden zudem vermisst.

Frankreich: Zehntausende Haushalte ohne Strom
Eine Woche zuvor hatte bereits der Sturm „Ciara“ Großbritannien heimgesucht und für Überschwemmungen, Verkehrschaos und Stromausfälle gesorgt. In Frankreich, das ebenfalls das zweite Wochenende in Folge betroffen war, waren am Montag noch rund 20.000 Haushalte ohne Strom.

Angesichts der bedrohlichen Lage hagelte es Kritik am Krisenmanagement der Regierung. Die oppositionelle Labour-Partei hinterfragte, warum Premier Boris Johnson nicht den nationalen Krisenstab Cobra einberufen habe. Dies hatte er zum Beispiel bei einem Unwetter im November - vor seiner Wahl - veranlasst.

Umweltminister: „Natur des Klimawandels“
„Wir haben getan, was wir tun konnten“, sagte hingegen George Eustice, seit einigen Tagen der neue Umweltminister Großbritanniens, am Montag dem Nachrichtensender Sky News. Am Ausmaß der Schäden sei die „Natur des Klimawandels“ schuld, das Wetter werde immer extremer. „Wir werden niemals jeden einzelnen Haushalt schützen können.“ Eustice war im Zuge einer größeren Kabinettsumbildung zum Umweltminister ernannt worden. In Großbritannien findet im November die 26. UN-Klimakonferenz statt.

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