09.02.2020 16:06 |

In Schneesturm geraten

Migranten nach illegalem Grenzübertritt erfroren

Im türkisch-iranischen Grenzgebiet hat sich ein schreckliches Flüchtlingsdrama abgespielt. Nach Angaben von Menschenrechtlern sind in den Bergen des Bezirks Caldiran in der Osttürkei 13 Migranten erfroren. Sie seien in einen Schneesturm geraten, nachdem sie die Grenze zum Iran illegal überquert hätten, hieß es. 

Der Provinzgouverneur Mehmet Emin Bilmez sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, man habe einen Hinweis erhalten, dass 13 Migranten nach einem illegalen Grenzübertritt ums Leben gekommen seien. Wegen des schlechten Wetters habe die Katastrophenschutzbehörde Afad aber zunächst nicht in das Gebiet vordringen können. Die Nationalität der Migranten war zunächst unklar. Die Zeitung „Evrensel“ berichtete, zehn Opfer seien aus Afghanistan und drei aus der syrischen Grenzstadt Kobane.

In diesem Winter schon mehr als 120 Kältetote in Ungarn
Auch das Ungarische Sozialforum (MSZF) schlug Alarm. Demnach habe es in diesem Winter im EU-Land bereits 122 Kältetote gegeben. Die Opfer der Kälte starben mehrheitlich in ihren unbeheizten Wohnungen, teilte das MSZF am Sonntag auf seiner Website mit. Andere erfroren auf der Straße oder starben auf dem Weg ins Krankenhaus. Das Sozialforum ist ein Netzwerk unabhängiger Hilfsorganisationen. Im Winter 2018/19 waren den Angaben zufolge 179 Menschen Erfrierungen zum Opfer gefallen.

Kritik an Orban-Administration
Trotz anhaltenden Wirtschaftswachstums in den vergangenen Jahren gehen in Ungarn Armut und Obdachlosigkeit nicht zurück. „Der massenhafte Kältetod ist Folge schuldhafter politischer Versäumnisse“, schrieb das Sozialforum in seiner Mitteilung. „Alte, einsame, kranke, hilflose Menschen werden ihrem Schicksal überlassen.“ Für wirksame Maßnahmen gegen die Obdachlosigkeit und für die Unterstützung hilfsbedürftiger älterer Menschen fehle im nationalkonservativ regierten Ungarn der politische Wille.

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