03.02.2020 21:31 |

Jagd auf Federer

Djokovic will jetzt der Beste aller Zeiten werden

Der Dreikampf der „Big Three“ im Herren-Tennis spornt jeden aus dem Trio Novak Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federer an, an weitere Rekorde und nicht an ein Karriereende zu denken. Djokovic gestand nach seinem gegen Dominic Thiem eingefahrenen achten Australian-Open-Triumph, dass ihn die nahende Rekordmarke an Grand-Slam-Triumphen dazu veranlasst, trotz vieler Erfolge weiterzumachen.

„Grand Slams sind einer der Hauptgründe, warum ich noch immer spiele und das eine volle Saison“, sagte Djokovic. „Ich versuche, dass ich die historische Nummer eins werde.“ Die ist mit Federer und seinen 20 Grand-Slam-Titeln nur noch drei Major-Titel vom 32-Jährigen aus Belgrad entfernt. Dazwischen liegt Nadal mit 19 Triumphen auf höchster Turnier-Ebene. „Ich habe mich in diese wirklich gute Position gebracht. Mein guter Saisonstart gibt auch den Weg für den Rest der Saison vor.“

Von einem Major-Triumph Ende Jänner/Anfang Februar aus hat Djokovic schon öfter im Jahres-Rest nachgelegt. „Dadurch erhält das Selbstvertrauen einen Boost, lässt die Erwartungen steigen. Was immer aber auch noch heuer passieren wird, das Jahr ist schon jetzt erfolgreich.“ Denn: Mit seinen heuer schon 2665 geholten Punkten hätte Djokovic auch dann eine gute Chance auf die Top Ten zu Jahresende, falls er 2020 gar nicht mehr spielt. Aber klar, er will mehr als nur Top Ten sein.

Djokovic nahm nach seinem Triumph über Thiem auch dazu Stellung, wie knapp er an der Niederlage war, bevor er erstmals in einem Major-Endspiel einen 1:2-Satzrückstand umgedreht hat: „Nach dem zweiten Satz habe ich mich wirklich schlecht gefühlt. Mein Energie-Level ist signifikant gesunken. Ich verstehe nicht, warum das passiert ist.“ Nach wiedergewonnener Energie sei er Mitte des vierten Satzes dann kurz davor gewesen, das Match zu verlieren. „Dominic war da der bessere Spieler.“

Und der „König von Melbourne“ führte auch näher aus, was ihm an Thiems Spiel gefällt. „Er ist ein fantastischer Tennisspieler mit einer gewaltigen Kraft in seinen Schlägen, besonders von der Vorhand-Seite. Er setzt seinen Slice sehr gut ein. Er hat den Rhythmus in meinem Spiel gebrochen“, bezog sich Djokovic noch einmal auf die für ihn kritische Phase. „Wahrscheinlich hat uns dann nur ein Punkt und ein Schlag getrennt. Es hätte auch in die andere Richtung ausgehen können.“

Djokovic ist nun der erste Spieler in der „Open Era“ mit zumindest einem Grand-Slam-Titel in drei Dekaden. Vor 1968 hatte das schon der Australier Ken Rosewall in den Fünfzigern, Sechzigern und Siebzigern geschafft. Djokovic sieht sein Spiel deswegen aber nicht als perfekt an: „Es gibt viele Dinge zu verbessern. Das ist aufregend und motiviert mich tagein, tagaus im Training. Es gibt immer etwas, woran zu arbeiten ist. Denn es gibt immer mehr Trophäen zu gewinnen.“

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