05.01.2020 12:24 |

Abwehrmaßnahmen laufen

Außenministerium kämpft mit Angriff von Hackern

Ein schwerwiegender Cyberangriff hält derzeit das Außenministerium in Wien in Atem. Betroffen sind interne Computersysteme. Das Problem wurde Ministeriumsangaben zufolge zwar rasch erkannt und es seien auch umgehend Gegenmaßnahmen eingeleitet worden - dennoch könne man nach wie vor nicht abschätzen, wie lange der Ausnahmezustand andauern wird, hieß es Sonntagmittag.

„Der Angriff läuft noch“, bestätigte Außenamtssprecher Peter Guschelbauer. Und fügte hinzu: „Aufgrund der Schwere und der Art des Angriffs wird vermutet, dass ein staatlicher Akteur dahintersteckt.“ In der Vergangenheit seien bereits einige europäische Länder zum Ziel ähnlicher Attacken geworden.

„Schutzmechanismen sind auf allen Ebenen aktiv“
Auf Grundlage des Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetzes ist ein Koordinationsausschuss eingerichtet worden, alle diesbezüglich relevanten Stellen des Bundes seien bereits aktiv, hieß es in der Stellungnahme. „Trotz aller intensiven Sicherheitsvorkehrungen gibt es gegen Cyberangriffe keinen hundertprozentigen Schutz. Die dafür vorgesehenen staatlichen Schutzmechanismen sind auf allen Ebenen aktiv.“

Dienstleistungen wie beispielsweise Reiseinformationen stehen auf der Website des Ministeriums derzeit uneingeschränkt zur Verfügung. Technische Details des Angriffs und der dadurch entstandenen Probleme wurden vom Außenministerium aus taktischen Gründen nicht mitgeteilt.

Wirbel um Hackerangriff auf ÖVP-Server im September
Erst im September hatte es Aufregung um einen Hackerangriff auf die Server in der ÖVP-Bundeszentrale gegeben. Laut der Partei sollen sich der oder die Hacker am 27. Juli Zugang zu den Systemen verschafft und bis Ende August 1,3 Terabyte Daten „exfiltriert“ haben. Eine Spur führte in diesem Fall nach Frankreich: Daten wurden auf einen französischen Server transferiert. Bereits vor der Nationalratswahl 2017 war die ÖVP-Homepage nach einem Hackerangriff kurzzeitig nicht erreichbar gewesen.

Im Jahr davor waren in Österreich die Websites des Parlaments und verschiedener Ministerien Opfer sogenannter DDoS-Attacken („Distributed Denial of Service“) geworden. Dabei werden Websites oder Programme mit so vielen Anfragen überschüttet, bis die Dienste schließlich ausfallen. Im Juli 2011 wurden die Homepages von SPÖ und FPÖ von Hackern attackiert. Statt der Startseite war über Stunden das Logo der Hackergruppe Anonymous sichtbar.

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