31.12.2019 19:52 |

Schönborn im TV

Kardinal besorgt: „Gehen wir auf Katastrophen zu?“

Kardinal Christoph Schönborn hat die Bedrohung durch den Klimawandel ins Zentrum seiner traditionellen Silvesteransprache gestellt. Für das kommende Jahrzehnt und darüber hinaus sei der Klimawandel „die ganz große Herausforderung“, sagte er am Dienstag in seiner Rede. Der Wiener Erzbischof forderte die Politik zum Handeln auf, „denn es geht um uns alle“.

„Es geht um die Zukunft unseres Planeten“, erklärte Schönborn in der im ORF ausgestrahlten Ansprache eindringlich. Er erinnerte an eines seiner liebsten Kirchenlieder, in dem es heißt: „Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh‘, mit mancherlei Beschwerden der ew‘gen Heimat zu.“

Der Kardinal wagte einen Blick auf das kommende Jahrzehnt. „Gehen wir auf Katastrophen zu?“, fragte er sich selbst und das TV-Publikum. Außerdem wollte er wissen, was der Einzelne tun könne - und lieferte drei Vorschläge. „Das Erste: Nichts ist selbstverständlich“, sagte Schönborn. „Es ist nicht selbstverständlich, dass wir genügend Wasser haben, dass wir Luft haben, dass der Regen zur rechten Zeit kommt. Das sind alles Geschenke des Schöpfers, für die wir nichts getan haben.“

Weiters appellierte Schönborn an die Dankbarkeit. „Es ist nicht selbstverständlich, dass uns das alles zur Verfügung steht. Deshalb ist die Dankbarkeit die Art und Weise, wie wir mit unseren Ressourcen behutsam, verantwortungsvoll umgehen“, sagte der Erzbischof und schlug etwa vor, bewusst mit der Ressource Wasser umzugehen. Als dritten Punkt forderte Schönborn von den Menschen, tatsächlich Gast auf Erden zu sein. Denn wenn sich die Menschen wie Gäste auf der Erde benehmen, „dann werden auch kommende Generationen auf dieser Erde Heimat haben können.“

Papst: Kirche muss sich „ins Getümmel“ stürzen
Auch Papst Franziskus fand zu Silvester mahnende Worte, allerdings an die Kirche selbst. Diese sei aufgerufen, sich „ins Getümmel“ zu stürzen und sich den Menschen wieder zu nähern. „Wir sind aufgerufen, andere zu treffen und auf ihr Dasein, ihren Hilfeschrei zu hören“, sagte der Pontifex bei der traditionellen Vesper zum Jahresabschluss im Petersdom in Rom.

Die Menschen und die Kirche müssten zuhören und miteinander reden. „Auf diese Weise verbreitet sich in der Stadt und auch in der Kirche tatsächlich neue Luft, der Wunsch, wieder auf die Straße zu gehen, die alte Logik der Opposition und der Grenzen zu überwinden, um zusammenzuarbeiten und eine gerechtere und geschwisterliche Stadt zu bauen.“

Vor der Messe hatte Franziskus spontan eine Kirche in Rom besucht, um an der Trauerfeier für eine persönliche Freundin teilzunehmen. Am 1. Jänner wird das -Oberhaupt der Katholiken mit einer Messe im Petersdom das neue Jahr einläuten. Der Tag ist in der katholischen Kirche auch Welttag des Friedens.

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