Teamchef im Interview

Foda: „Da wird man selbst wieder zum Kind“

Teamchef Franco Foda im großen Interview: Welche Bedeutung Weihnachten für den 53-Jährigen hat, wie Österreichs Countdown zur EURO läuft und was er von dieser erwartet.

„Krone“: Herr Teamchef, konnten Sie nach erfolgreicher EM-Quali abschalten und sich erholen?
Franco Foda: Ich war mit meiner Familie eine Woche auf Urlaub, und wir hatten viel Spaß. Eine Wüstensafari mit Quads gönnten wir uns auch. Aber ganz ohne Fußball ging‘s nicht, Salzburg gegen Liverpool sahen wir in einer Sportsbar. Anfang der Woche gab es beim ÖFB noch ein Meeting wegen EURO-Vorbereitung, Base-Camp und März-Lehrgang. Am Freitag fliege ich noch nach Deutschland, schau mir dort Hoffenheim gegen Dortmund an. Danach beginnt die Einstimmung auf Weihnachten, ich möchte dann auch den Christkindlmarkt in Graz besuchen.

„Krone“: Wie feiert der Teamchef, ganz klassisch?
Foda: Ja, für meine Familie und mich ist‘s ein besinnliches Fest, eine Zeit der Liebe und des Schenkens. Wir haben einen schönen Weihnachtsbaum und hören Weihnachtslieder. Ich freue mich schon auf das Auspacken der Geschenke, da wird man selbst wieder zum Kind. Ich hoffe nur, ich nehme nicht zu viel zu.

„Krone“: Mit Neujahr beginnt dann der Countdown für die EURO. Zufrieden mit den vier Testgegnern?
Foda: Klar. Die Engländer sind das Highlight. Die wollten unbedingt gegen uns spielen. Tschechien spielt ähnlich wie die Ukraine, und die Türkei haben wir ausgewählt, weil sie eine ähnliche Spielanlage haben wie Rumänien und Kosovo, die wir ja auch als Gegner kriegen könnten. Uns war wichtig, dass wir gegen unterschiedliche Systeme sowie Spielarten testen. Wir wollten gegen Top-Gegner spielen, um unsere Grenzen auszuloten.

„Krone“: Steht schon fest, wo das März-Trainingslager vor dem Test-Doppel gegen Wales und die Türkei stattfinden wird. Wieder in Spanien?
Foda: Fixiert ist nichts, aber durchaus möglich, dass die Vorbereitung in Österreich oder Wales stattfindet. Aufgrund der beiden Testspiele ist Spanien keine Option.

„Krone“: Und das Base-Camp während der EURO wird sich dann wo befinden?
Foda: Das ist noch offen, wir haben zwei, drei Standorte im Auge. Aber wahrscheinlich bleiben wir in Österreich. Das Gesamtpaket muss passen. Neben den Trainingsmöglichkeiten, den kurzen Wegen zu den Spielen ist es auch wichtig, dass die Spieler neben den intensiven Einheiten auch Freizeitmöglichkeiten haben. Ich hab eine genaue Vorstellung über den Ablauf. Es bringt nichts, die Spieler vier Wochen zu isolieren. Sie müssen abschalten können. Und wo geht das am besten: Im Kreise der Familie, wo das Herz aufgeht und man sich wohlfühlt. Ich bin sicher, dass wir eine gute Mischung finden werden.

„Krone“: Wann ist die EURO 2020 für den Teamchef eine erfolgreiche?
Foda: Wenn wir genauso auftreten wie teilweise in der Quali. Mutig, selbstbewusst, aktiv. So wie in den Spielen in Polen und Slowenien, da waren wir dominant, haben viele Chancen kreiert. Der Fan muss das Gefühl haben, da steht eine Mannschaft auf dem Platz, die funktioniert, harmoniert und 90 Minuten alles gibt. Man muss aber bodenständig bleiben, den nötigen Realitätssinn an den Tag legen. Bei der EURO entscheiden oft Kleinigkeiten. Holland ist natürlich der Top-Favorit in unserer Gruppe, aber wir können überraschen.

„Krone“: Wie geht‘s nach der Endrunde weiter, gibt‘s schon Gespräche wegen einer Vertragsverlängerung?
Foda: Wir werden uns irgendwann Anfang des nächsten Jahres zusammensetzen. In aller Ruhe, so wie die gesamte Zusammenarbeit immer funktioniert hat. Auch als es nicht so gelaufen ist.

„Krone“: Das Nationalteam hat heuer die EM-Quali geschafft, Salzburg, LASK und Wolfsberg haben internationale Glanzlichter gesetzt.
Foda: Das war brutal wichtig für den ganzen österreichischen Fußball. Die Liga wird ja oft noch unterschätzt. Solche Erfolge geben neue Impulse, auch im Breitensport. Jetzt gilt es, infrastrukturmäßig weiter nach vorne zu kommen. In der Liga und auch beim ÖFB mit einem Trainings- und Kompetenzzentrum. Nicht nur fürs A-Team, auch für alle U-Mannschaften. Da geht es auch um Identität, Identifikation. Es war ein tolles Jahr 2019, jetzt gilt es, das 2020 zu bestätigen!

Burghard Enzinger, Kronen Zeitung

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