24.06.2010 10:34 |

Bier sei Dank

Capello motivierte Rooney & Co. mit Gerstensaft

Lange war über fehlenden Teamgeist im englischen Nationalteam diskutiert worden. Am Vorabend des alles entscheidenden und mit 1:0 gewonnenen Gruppenspiels gegen Slowenien am Mittwoch hat Fabio Capello seine Truppe zusammengebracht - mit einem Bier. Der Italiener hatte seine Mannschaft im Teamhotel zu einem Drink eingeladen.

"Ich habe etwas anders gemacht. Sie haben am Abend vor dem Spiel Bier getrunken. Fragt sie ruhig", erklärte Capello nach dem Sieg in Port Elizabeth. Ausgerechnet jener Capello, der als eiserner Verfechter von Disziplin bekannt ist. Nicht alle Teamspieler hatten das Angebot daher wahrgenommen, laut Mittelfeldspieler Frank Lampard waren einige seiner Kollegen misstrauisch gewesen.

Über signifikant gesteigerte Umsatzzahlen durfte sich die südafrikanische Brauwirtschaft also nicht freuen. "Man trinkt auch nicht zehn Bier, sondern nur eines", betonte Lampard. Das aber habe seinen Zweck erfüllt. Auch Ex-Kapitän John Terry, der Capello in der Vorwoche kritisiert hatte, soll das Glas erhoben haben.

Capello: "Ich habe Leidenschaft gesehen"
Tags darauf war Terry in England der gefeierte Held, weil er in der Schlussphase der Partie gegen Slowenien mit dem Kopf voran durch den Strafraum gesegelt war, um Schüsse zu blocken und den Sieg festzuhalten. "Ich habe Leidenschaft gesehen", sagte Capello. "Wir spielen zusammen, wir kämpfen zusammen." Einem Bier sei Dank.

Achtelfinale gegen Deutschland
Nach den zwei eher flauen Auftritten gegen die USA und Algerien hat sich England durch den Sieg über Slowenien doch noch für das Achtelfinale der WM in Südafrika qualifiziert und trifft dort am Sonntag auf Deutschland. Die Inselkicker hatten zwar über weite Strecken mehr vom Spiel, konnten aber zahlreiche Chancen nicht nützen. Slowenien schied hingegen durch einen Last-Minute-Treffer im Parallelspiel (siehe Infobox) in der Vorrunde aus.

Die Engländer zeigten sich deutlich verbessert, waren viel spielfreudiger und fanden auch die nötigen Chancen vor. Während Slowenien-Goalie Samir Handanovic noch mit einem Freistoß von Lampard aus 35 Metern (14.) sowie einem Schuss von Johnson (20.) keine Mühe hatte, musste sich der 25-Jährige kurze Zeit später erstmals geschlagen geben. Nach einer Milner-Flanke traf Defoe Volley zum 1:0. Handanovic war zwar dran, konnte den Ball aber nicht mehr über das Tor abwehren (23.). Der Tottenham-Angreifer rechtfertigte damit seine Aufstellung von Beginn an vollauf.

Die Elf von Coach Fabio Capello gab sich damit aber nicht zufrieden und spielte weiter munter nach vorne. Nach einer Milner-Flanke sowie einer Handanovic-Faustabwehr setzte Lampard aber den Abstauber vom 16er drüber (27.). Drei Minuten später behielt Sloweniens Goalie bei einer Doppelchance gegen Defoe und Gerrard (30.) in höchster Not die Oberhand (30.).

England dominiert das Spiel
Nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts am Spielgeschehen, die favorisierten Engländer dominierten die Partie, hatten mehr Spielanteile und drückten auf die Vorentscheidung. Schon nach wenigen Sekunden kam Defoe im Strafraum nach einem Gerrard-Kopfball nicht mehr richtig zum Abschluss (46.). Zusätzlich zeichnete sich Handanovic bei einem harten Terry-Kopfball aus (57.).

Und gleich in der nächsten Aktion stand den Slowenen auch das nötige Glück zur Seite. Rooney traf alleine stehend vor Handanovic nur die Stange (58.). Die Aktion war charakteristisch für die derzeitige Situation des Manchester-United-Stürmers, der gegen die Slowenen zwar viel rackerte, aber immer noch seiner Form hinterherläuft. In der 72. Minute war der Arbeitstag für Rooney dann vorbei, Joe Cole kam für ihn in die Partie.

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