13.12.2019 12:42 |

„Super-Erden“ im Fokus

Neues Weltraumteleskop CHEOPS ist startklar

Klappt alles wie geplant, dann startet Dienstagvormittag das europäische Weltraumteleskop CHEOPS vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana aus ins All. Es ist die erste Weltraummission, die Exoplaneten im Detail unter die Lupe nimmt. Mit an Bord ist auch Technik aus Österreich. Schon zwei Stunden später soll der Satellit seine polare Umlaufbahn in 700 Kilometer Höhe erreichen. Mit CHEOPS startet auch der österreichische Nanosatellit OPS-SAT ins All.

Von dort wird er dreieinhalb bis fünf Jahre lang Planeten außerhalb unseres Sonnensystems - sogenannte Exoplaneten - beobachten, die helle Sterne umkreisen. Etwa 500, bereits bekannte exoplanetare Systeme will die Europäische Weltraumorganisation ESA mit CHEOPS (CHaracterising ExOPlanets Satellite) erstmals genauer unter die Lupe nehmen.

„Super-Erden“ im Fokus des Teleskops
Der Satellit, der unter der Leitung der Universität Bern und der ESA von einem internationalen Konsortium entwickelt und gebaut wurde, wiegt - inklusive Treibstoff - etwa 280 Kilogramm und trägt ein Teleskop von 30 Zentimeter Durchmesser.

Das CHEOPS-Teleskop soll mithilfe der sogenannten Transitmethode hochpräzise Helligkeitsmessungen bei Sternen durchführen, wenn deren Planeten an ihnen vorbeiziehen. Wegen der alles dominierenden Strahlkraft ihrer Sterne sind Exoplaneten nur auf diesem Umweg für die Wissenschaft sichtbar.

Soll Daten über Exoplaneten liefern
Aus den so gewonnenen Daten können Größe, Masse und weitere Eigenschaften der Exoplaneten bestimmt werden - etwa, ob ein Planet aus Stein, Eis oder Gas besteht und wie seine Atmosphäre beschaffen ist, zum Beispiel ob sie aus Wolken besteht oder sehr heiß ist.

Die Wissenschaft hofft, dadurch mehr über sogenannte „Super-Erden“ - so bezeichnet man Gesteinsplaneten, die größer als die Erde, aber kleiner als der Neptun sind - zu erfahren und deren potenzielle Lebensfreundlichkeit.

Elektronik und Software aus Österreich
An Bord des Satelliten sind auch Elektronik und Software aus Österreich an Bord, die zu den zentralen Komponenten des Satelliten zählen. Sie bilden quasi Herz und Hirn von CHEOPS. So zeichnet das Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Graz für einen der beiden Bordrechner des Satelliten verantwortlich. Dieser wird den gesamten Datenverkehr abwickeln und übernimmt zusätzlich die thermische Kontrolle des Teleskops.

Außerdem ist die Weltraumforschung der ÖAW an der Software-Entwicklung beteiligt und im CHEOPS Science Team vertreten. RUAG Space Austria, Österreichs größtes Weltraumunternehmen, lieferte die Stromversorgung.

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