25.11.2019 14:35 |

Katastrophe verhindert

Pkw-Lenker stoppt Bus vor eingestürzter Brücke

Mit einem beherzten Einsatz hat ein Autofahrer in Italien nach dem Einsturz eines Autobahnviadukts (siehe Video oben) am Wochenende womöglich eine Katastrophe verhindert. Mit ausgebreiteten Armen vor der Bruchstelle stehend, warnte der 56 Jahre alte Wachmann Daniele Cassol einen Fernbus, wie mehrere italienische Zeitungen am Montag berichteten. In Ligurien und Piemont, wo im November Niederschlag für ein ganzes durchschnittliches Jahr gemessen wurde, wächst die Sorge wegen des schlechten Zustands der Straßen.

Das Viadukt auf der Autobahn A6 in der Nähe von Savona in Richtung Turin war am Sonntag nach heftigen Regenfällen auf einer Länge von 30 Metern eingestürzt. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte ein Erdrutsch die Brückenpfeiler weggerissen. Tote oder Verletzte wurden nicht gemeldet.

Cassol sagte der Zeitung „La Repubblica“, er sei mit seinem Wagen gerade fünf Minuten auf der Autobahn gewesen, als ihn ein anderer Autofahrer auf dem rechten Standstreifen warnte und anhalten ließ. Dann habe er das Desaster gesehen - und an den Bus gedacht, den er kurz zuvor überholt hatte. „Zum Glück habe ich ihn rechtzeitig sehen können. Ich habe die Arme ausgebreitet, habe Zeichen gegeben, dass er anhalten soll, und es ist gutgegangen“, so der aufmerksame Pkw-Lenker.

Im August 2018 waren beim Einsturz der Morandi-Autobahnbrücke im 50 Kilometer östlich gelegenen Genua 43 Menschen ums Leben gekommen. „Mir ist die Morandi-Brücke gleich in den Sinn gekommen. Aber es ist eine Sache fernzusehen, und eine andere, dem Tod ins Gesicht zu sehen“, sagte Cassol der Zeitung.

Nach dem teilweisen Einsturz des Viadukts wird die Sicherheit mehrerer Autobahnstrecken geprüft. So wurden einige Teile der Autobahnen Turin-Savona und Turin-Piacenza geschlossen, teilte die Region Piemont am Montag mit. Auch auf der A5 zwischen Turin und Aosta kam es zu Unterbrechungen, was vor allem den Schwerverkehr belastete.

Meteorologen berichteten, dass im November in Ligurien und Piemont Niederschläge wie durchschnittlich in einem ganzen Jahr gemeldet wurden. Im Piemont wurden vorsichtshalber 520 Personen in Sicherheit gebracht. Der Fluss Ticino drohte nahe der lombardischen Stadt Pavia über die Ufer zu treten. Der stark gestiegene Pegel des Flusses Po wird beobachtet.

Wieder Hochwasser in Venedig
In Venedig herrschte indes wieder Hochwasser, Teile der Stadt waren überschwemmt. Am Sonntagabend wurde die Saisoneröffnung im Opernhaus „La Fenice“ mit Giuseppe Verdis Don Carlo gefeiert. Das Theater hatte bei Hochwasser vergangene Woche schwere Schäden verzeichnet, diese wurden jedoch rechtzeitig für die Premiere behoben.

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