„Wir müssen handeln“

Spitalskeime fordern bis zu 5000 Tote pro Jahr

Österreich
21.11.2019 06:00

Tödliche Krankenhauskeime sind der zusätzliche Albtraum aller Patienten. Die Zahlen sind alarmierend: Bis zu 5000 Tote gibt es jährlich in Österreich durch solche multiresistenten Krankheitserreger. Die hochkarätig besetzte Plattform „Kampf gegen Krankenhauskeime“ fordert die Politik jetzt zum Handeln auf.

In Österreich kommt es laut jüngsten Erhebungen jedes Jahr bei fast 100.000 Patienten während eines Aufenthalts im Spital oder in einer Pflegeeinrichtung zu einer Infektion mit Bakterien. Diese sind oft nicht mehr angemessen zu behandeln, da die Erreger zunehmend eine Antibiotikaresistenz aufweisen.

Alarmierend: Bis zu 5000 Menschen sterben jährlich an den Todeskeimen in der Alpenrepublik. In den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern, wo schon vermehrt auf Hygiene-Experten aus der Berufsgruppe der biomedizinischen Analytiker gesetzt wird, sind es vergleichsweise „nur“ 35.000 Todesopfer pro Jahr.

(Bild: thinkstockphotos.de (Symbolbild))

„Richtlinien“ für alle schaffen
„Papiere und Absichtserklärungen gibt es bereits genug, um die Gefahr zu bekämpfen, wir müssen aber handeln“, betonte Univ.-Prof. Dr. Ojan Assadian, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (ÖGKH), am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. „Es gilt, Richtlinien aus dem Gesundheitsqualitätsgesetz als Verordnungen zu erlassen, wie in den Arztpraxen, damit sich auch in den Spitälern alle an die Vorschriften halten müssen“, sagte der Patientenanwalt Dr. Gerald Bachinger.

Die vierköpfige Speerspitze der Plattform „Kampf gegen Krankenhauskeime“ bei der Pressekonferenz in Wien (v.li.): Assadian, Jaksch, Proßegger und Bachinger (Bild: Malena Brenek)
Die vierköpfige Speerspitze der Plattform „Kampf gegen Krankenhauskeime“ bei der Pressekonferenz in Wien (v.li.): Assadian, Jaksch, Proßegger und Bachinger
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Infektionen durch Keime in Gesundheitseinrichtungen gehen uns alle etwas an. Fast 100.000 Patienten stecken sich jährlich bei uns in Österreich an.

Univ.-Prof. Dr. Ojan Assadian zur „Krone“

Jede zweite Desinfektion der Hände wird verabsäumt
Neben hochwertigen Medizinprodukten für Hygiene soll es eine Informationsoffensive für Patienten geben. Dabei sind auch Fachkräfte nötig, um das Händedesinfizieren korrekt und effizient durchführen zu können. Laut Studien wird nämlich jede zweite Händedesinfektion verabsäumt.

(Bild: auremar/stock.adobe.com)

Indes gibt es neue Hoffnung im Kampf gegen multiresistente Bakterien aus der Schweiz: Ein Forscherteam aus Basel hat womöglich einen natürlichen Wirkstoff entdeckt ...

Matthias Lassnig und Florian Hitz, Kronen Zeitung

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