Geheime Abstimmung

Friedhofsprojekt wird nun begraben

Der Plan für einen Waldfriedhof in Reichenau wird nun doch zu Grabe getragen! In einer geheimen Abstimmung sprach sich im Gemeinderat die Mehrheit gegen das Vorhaben aus. Das war vor zwei Jahren noch ganz anders. Da fiel der Grundsatzbeschluss für das Projekt einstimmig. Aber Anrainer-Proteste und eine umstrittene Bürgerbefragung sorgten für die Wende.

Gemeinde hat gewählt
„Deckel zu“, heißt es bei den Plänen für den Waldfriedhof in Reichenau. 14 der 19 Gemeinderäte lehnten in der Sitzung am Donnerstag das Projekt in der Waldidylle ab. Abgestimmt wurde übrigens geheim, da in der 1300-Einwohner-Gemeinde die Pläne für die Urnen in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern tiefe Gräben aufgerissen haben.

Enttäuschung bei Pax Natura
Enttäuscht reagiert die Bestattungsfirma Paxnatura, die sich seit zwei Jahren um den Friedhof bemüht hat. „Wir werden das Projekt nicht weiter verfolgen. So viel Unsachlichkeit und Emotionalität habe ich noch nie erlebt“, erklärt Geschäftsführerin Karin Seewald. Die Firma wird sich nach dem Platzen des Projekts nicht am Parkplatz-Bau bei der Burg beteiligen.

Bürgermeister im Kreuzfeuer
Seewald tut Bürgermeister Hermann Reingruber (ÖVP) leid. Dieser sei zu unrecht unter Beschuss geraten. Unter anderem auch im Zuge der Bürgerbefragung. Weil, wie berichtet, die für eine Auswertung notwendige Beteiligung von 25 Prozent um eine einzige Stimme verpasst wurde.

Anrainer atmen auf
Die Projektgegner warfen dem Ortschef dabei Trickserei vor. Erst drei Tage vor der Befragung wurden die Reichenauer über den Termin informiert. Die Teilnahme war nur an einem Sonntag von 9 bis 12 Uhr möglich.
„Offensichtlich ist der Druck zu hoch geworden. Ich bin über das Abstimmungsergebnis im Gemeinderat jedenfalls sehr froh“, atmet mit Rainer Hinterhölzl einer der Anrainer nun doch noch auf.

Mario Zeko
Mario Zeko
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