Sachbeschädigung

Ausbrecher vor Gericht: „Es war schon viel Arbeit“

„Nein, das war schon schwer und viel Arbeit. War ja Beton“, verneinte einer der beiden Ausbrecher aus der Justizanstalt Garsten in Oberösterreich die Meinung des Richters, dass die Holz-Zwischendecke leicht zu durchbrechen war. Zwei Monate werkten die zwei Tschetschenen (25, 30) am spektakulären Coup und wurden nun wegen schwerer Sachbeschädigung verurteilt.

Sieben Justizwachebeamte, zwei mit Maschinenpistolen bewaffnet, bewachten den Prozess wegen schwerer Sachbeschädigung am Landesgericht Steyr. Denn der Ausbruch Ende Juni an sich ist ja straffrei. „Beim Putzen haben wir bemerkt, dass man da ein Loch machen kann“, erklärt der Hauptangeklagte (25). Zwei Monate werkten der fünffach vorbestrafte Räuber und sein Zellengenosse (30), der zuletzt wegen versuchter schwerer Körperverletzung verurteilt worden war, am Loch durch die Decke. Werkzeug, wie den Gips zum Kaschieren einer Holzplatte, die während der Arbeiten das Loch abdeckte, fand man in der Häfn-Werkstätte.

Zweitangeklagter verzichtete auf Anwalt
Den Waffenbesitz - bei der Verhaftung des Duos im Oktober in Wien hatte der 25-Jährige eine Pistole unterm Kissen - stritt der Beschuldigte, vertreten von Pflichtverteidigerin Lisa-Maria Landl, ab. Der Zweitangeklagte, der auf einen Anwalt verzichtet hatte, sagte auch, dass die Waffe eben da gewesen sei. Um das Verfahren nicht zu verzögern, schloss Richter Wolf-Dieter Graf diesen Anklagepunkt aus.

600 Euro Schaden
Dass die Justizanstalt Garsten unter Denkmalschutz steht, war auch kein Thema, da bei einer Beschädigung „der öffentliche Zugang“ relevant sei - das sei aber im Gefängnis nicht so. Den Schaden von 600 Euro haben die Angeklagten beglichen, sie nahmen das Urteil - 13 bzw. neun Monate - an. Der Wunsch, dieses auf Bewährung auszusprechen, blieb unerfüllt.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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