13.11.2019 06:00 |

„Krone“-Bim-Interview

Herr Kunasek, wie viele Einzelfälle vertragen Sie?

Mario Kunasek will die FPÖ in der Steiermark zu neuen Höhen führen - nach Ibiza-Skandal und Liederbuch-Affäre keine leichte Aufgabe. Im Interview in der „Krone“-Bim erklärt er, wofür seine steirischen Freiheitlichen stehen (siehe auch Video oben).

„Krone“:Herr Kunasek, waren Sie schon einmal auf Ibiza?
Mario Kunasek: Ja, im Jahr 2012 mit meiner damaligen Frau. Aber wir waren auf der ruhigen Seite der Insel. Unabhängig von den politischen Themen, die dort abgehandelt worden sind, ist es wirklich eine sehr schöne Insel.

Villa oder Hotelzimmer?
Hotelzimmer, ein sehr schönes Hotel an der Küste.

Was ist Ihr Lieblingslied von Conchita Wurst?
Ha, da fragen Sie mich jetzt was. Ich bin eigentlich kein Fan, aber das letzte erfolgreiche Lied, das viel im Radio gelaufen ist, war durchaus ein Ohrwurm.

Viele Österreicher, die Wurzeln in anderen Ländern haben, aber schon lange hier leben, berichten, dass sie seit 2015 wieder mit Anfeindungen und Hass zu kämpfen haben. Fühlen Sie sich als FPÖ mitverantwortlich, dass der Ton rauer geworden ist?
Ich habe selbst auch viele Freunde, die Migrationshintergrund haben, und glaube nicht, dass die FPÖ da mitverantwortlich ist an einer Verschärfung im Ton. Aber durch die angespannte Flüchtlingssituation im Jahr 2015, als die Republik völlig versagt und die Souveränität aufgegeben hat und viele Menschen nach Österreich gekommen sind, haben sich Problemstellungen ergeben, die wir Freiheitliche offen ansprechen.

Was sagen Sie dann aber zu den vielen, die keine Probleme machen?
Dass sie herzlich willkommen sind und dass wir froh sind, dass Menschen zu uns gekommen sind, die hier arbeiten und Steuern zahlen und ein vollwertiger Teil der steirischen und österreichischen Identität sind.

Wofür haben Sie Ihren letzten Strafzettel bekommen?
Also das war sicherlich für Schnellfahren, und das war noch in der Zeit als Nationalratsabgeordneter, als ich öfter spätnachts von Wien zurück in die Steiermark gefahren bin und den Radarkästen bei Hartberg zum Opfer gefallen bin (lacht).

Für die FPÖ sitzen großteils Männer im Parlament und den Landtagen, und auch unter den Wählern ist der Männeranteil viel größer. Ist die FPÖ eine Männerpartei?
Nein, aber dass es so ist, hat meiner Meinung nach mehrere Gründe: Einerseits werden die Listen basisdemokratisch erstellt, und wir haben kein Reißverschlusssystem wie andere Parteien. Aber wir haben auch Frauen auf unseren Listen, und die wollen auch ganz oft nicht in die erste Reihe gehen. Und wenn sie es wollen, dann sind das Frauen, die mit eigener Kraft und Qualität Politik machen. Also, wir haben noch Aufholbedarf in der Quantität, aber nicht in der Qualität.

Was ist Ihr alltäglicher Beitrag zum Klimaschutz?
Ich versuche schon ein bissl genauer hinzuschauen, wenn man in das Einkaufsregal greift, da haben wir alle die Möglichkeit, mehr auf Regionales zu setzen.

Verstehen Sie es, dass junge Leute für mehr Klimaschutz auf die Straße gehen?
Also ich glaube, jede Generation hat den Anspruch darauf, sich auch zu artikulieren. Und solange es keine Randale gibt, wie wir es auch schon erlebt haben, ist das ein demokratisches Recht. Was ich nicht zulassen will, ist, dass die ältere Generation für alles Schlechte verantwortlich gemacht wird. Meiner Eltern- und Großelterngeneration kann man nicht vorwerfen, dass sie klimafeindlich gewesen sind.

Was ist Ihr größtes Laster?
Eindeutig das Rauchen. Es wird einmal die Zeit kommen, dass ich versuche, aufzuhören, weil es sehr teuer und nicht gesund ist und ich ein besseres Vorbild für meinen Sohn sein möchte.

Kann sich die FPÖ noch viele Einzelfälle leisten?
Ich mag das Wort Einzelfälle nicht. Wir sind eine große Partei, und wie in anderen Parteien auch gibt es Mitglieder, die sich nicht benehmen können und vor allem in den sozialen Medien über die Stränge schlagen. Und ich bin da, wie mein Vorgänger auch schon, sehr rigoros, wenn jemand so überspitzt, dass es nicht mehr vertretbar ist. So ein Mensch hat bei uns in der Partei auch nix verloren.

Erklären Sie einem Kind, warum man Sie und die FPÖ wählen soll.
Du sollst mich wählen, weil du in Österreich die besten Voraussetzungen hast, erfolgreich zu sein, eine Familie zu gründen und in einer wohlbehüteten Heimat aufzuwachsen - und genau diese Heimat möchte ich mit meinen freiheitlichen Freunden erhalten. Von dir möchte ich aber auch einfordern, dass du Teil einer aktiven Gesellschaft bist, die stolz ist auf das, was Österreich und die Steiermark zu bieten haben.

Christoph Hartner und Gerald Schwaiger, Kronen Zeitung

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