30.10.2019 10:29 |

Nationalpark

In den Hohen Tauern: Murmeltier zum Küssen

Eigentlich gehören Murmeltiere Ende Oktober schon unter die Erde, nur eines mag noch nicht schlafen und deshalb ist Martina Gebert noch immer in den Hohen Tauern unterwegs.

Jeden Morgen um Punkt 7.45 Uhr steckt das Murmeltier seinen Kopf aus dem Erdloch und wartet auf sein Frühstück„, schmunzelt Martina Gebert. Martina hat sich nämlich nicht nur in Kärnten verliebt, sondern vor allem auch in seine putzigen Erdhörnchen. Seit zehn (!) Jahren reist die Urlauberin im Durchschnitt alle zwei Wochen nach Heiligenblut, um Murmeltiere im Nationalpark Hohe Tauern zu fotografieren. „Es reicht schon, wenn ich die Tiere sehe. Denn Murmeltiere machen einfach gute Laune und ich kenne niemanden, der sie nicht mag.“

Eigentlich ist Martina eine Diplom-Chemikerin, die jedoch Reagenzgläser und Labor durch Fotokamera und Natur ersetzt hat. „Man stellt sich Berufe halt gerne anders vor, als sie dann tatsächlich sind.“ Und wieder liegt Martina mit ihrer Profi-Kamera samt Teleobjektiv auf der Lauer. Martinas Murmeltierfotos sind einzigartig: „Ich verwende oft auch Accessoires, wie Mützen, Hüte, einen Schneemann, aber auch mal einen kleinen Schlitten. Da muss ich oft lange warten, bis sich das Murmeltier daneben von selbst in die passende Posse wirft.“

Seit fünf Jahren publiziert die Fotografin gemeinsam mit einem deutschen Verlag einen eigenen Murmeltier-Kalender und auch Postkarten. Wichtig ist Martina, dass die Murmeltiere alles selbst aus freien Stücken machen.

Mittlerweile kennen die Mankei Martina gut. „Sie werden frech und rollen schon mal meinen Rucksack aus. Außerdem hat jedes Tier seinen eigenen Charakter, manch einer trägt etwa keinen Hut, andere stört es hingegen gar nicht.“

Besonders gerne ist Martina alleine mit den Murmeltieren. Sind Besucher im Nationalpark, dann informiert Martina diese auch und erklärt ihnen, dass das gut gemeinte füttern der Wildtiere mit Chips, Schokolade oder Hustenzuckerln nicht gut ist. „Da hechte ich schon mal dazwischen und nehme das Zuckerl samt Papier dem Mankei aus dem Mund.“ Und Martinas Info-Arbeit trägt buchstäblich Früchte: „Nach einem Gespräch mit mir bringen die Leute im nächsten Jahr statt Süßigkeiten gesunde Äpfel, Karotten oder Nüsse den Murmeltieren mit."

Mehr Murmeltier-Fotos von Martina gibt’s auf www.murmeltierfotos.de

Hannes Wallner
Hannes Wallner
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