29.10.2019 06:26 |

Überraschende Einigung

Metaller bekommen 2,7 Prozent mehr Lohn

Nach einem zähen Verhandlungsmarathon, der bis in die Nachtstunden andauerte, haben sich die Chefverhandler der Metalltechnischen Industrie überraschend auf einen neuen Kollektivvertrag geeinigt. Überraschend deswegen, weil die Forderungen zuletzt doch sehr weit auseinander gelegen waren. Aus einer Lohnerhöhung um 4,5 Prozent, die die Gewerkschaft gefordert hatte, ist nun ein durchschnittliches Plus von 2,7 Prozent geworden.

Außerdem wird der kollektivvertragliche Mindestlohn bzw. das Mindestgrundgehalt von derzeit 1915 auf 2000 Euro brutto pro Monat erhöht. Die Zulagen steigen um 2,6 Prozent, die Lehrlingsentschädigungen um 2,7 Prozent und die Diäten um zwei Prozent. Beide Seiten zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden.

250 Betriebsversammlungen einberufen
Der Einigung war ein zähes Ringen vorausgegangen. Im Raum standen in der fünften Runde auch Streiks. Die Gewerkschaft hatte auf eine 4,5-prozentige Erhöhung gepocht. Für den Fall einer Nicht-Einigung waren ab Dienstag österreichweit vorsorglich mehr als 250 Betriebsversammlungen einberufen worden, bei denen die Belegschaft über den Stand der Verhandlungen informiert und weitere Kampfmaßnahmen beschlossen werden sollten.

Die Arbeitgeber-Seite hatte in der Vorrunde 1,8 Prozent geboten, womit nur die Inflationsrate abgedeckt gewesen wäre. Ihr Argument: Aufträge brechen weg, der Abschluss muss sich den Rahmenbedingungen anpassen. Im Endeffekt bewegten sich beide Seiten.

Rainer Wimmer, Chef der Industriegewerkschaft PRO-GE, erklärte nach der fünften und entscheidenden Verhandlungsrunde in der Nacht auf Dienstag, man habe „in einer sehr schwierigen Zeit einen fairen Abschluss erreicht“. Es habe sich wieder gezeigt, „dass die Sozialpartnerschaft funktioniert“. Der Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp), Karl Dürtscher, verwies auch auf die Konjunktureintrübung: „Wir haben schon bessere Ausgangslagen für Verhandlungen vorgefunden.“

Schwächelnde Wirtschaft war „keine einfache Ausgangslage“
Auch die Arbeitgeber waren mit der Einigung zufrieden. „Wir sind sehr froh, dass wir einen Abschluss schaffen konnten“, sagte der Obmann des WKÖ-Fachverbands Metalltechnische Industrie (FMTI), Christian Knill. Das Gesamtpaket und der Abschluss sei „vertretbar“ und eine „Anerkennung“ für die Arbeit der Mitarbeiter. Wegen der deutlich schwächeren wirtschaftlichen Lage sei die Ausgangslage für die Verhandlungen „nicht einfach“ gewesen.

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