13 Tote in England

Rastete Amokläufer wegen Erbstreit völlig aus?

Ausland
03.06.2010 11:55
Hinter dem schrecklichen Amoklauf in Nordengland könnte ein Erbstreit stecken. Die Polizei geht Hinweisen nach, wonach ein Testament der Grund für die Wahnsinnstat sein könnte. Ein Taxifahrer hatte am Mittwoch in der Grafschaft Cumbria zwölf Menschen erschossen, elf weitere zum Teil schwer verletzt und anschließend sich selbst umgebracht.

Der 52-jährige Derick Bird soll laut Medienberichten vom Donnerstag seinen Amoklauf angekündigt haben. Er soll am Abend vor der Tat einen Streit mit anderen Taxifahrern gehabt haben, wie die "Sun" berichtete. Anschließend habe Bird die Hände der Kollegen geschüttelt und gesagt, am Mittwoch gebe es einen Amoklauf, berichtete das Blatt unter Berufung auf einen Kollegen des Täters. Der "Times" sagte ein alter Freund des Täters, dieser habe sich am späten Dienstagabend von ihm mit den Worten verabschiedet: "Ich werde dich nicht wiedersehen."

Der Amokläufer hat am Mittwochvormittag zunächst seinen Zwillingsbruder und den Anwalt der Familie erschossen, bevor er mit dem Auto durch die Urlaubsregion fuhr. Dabei tötete er mindestens einen Kollegen und im Anschluss wahllos Passanten. Nach dem mehrstündigen Amoklauf fand die Polizei die Leiche von Bird in einem abgelegenen Waldstück. 

"Das Blut floss die Straßen lang"
Während des Amoklaufs hatte die Polizei die Bevölkerung aufgerufen, nicht auf die Straße zu gehen und die Türen zu schließen. Derweil spielten sich in der eigentlich verschlafenen Gegend grausige Szenen ab: Er habe einen Mann blutend vor seiner Eingangstür gefunden, berichtete etwa der Anrainer Gary Toomey: "Er flehte 'Helft mir' und blutete heftig." Der Verletzte habe berichtet, dass er sich aus dem Auto retten wollte, als der Täter schoss. "Aber der Mann zielte nochmals und schoss ihm aus nächster Nähe in den Rücken." Der Arzt Barrie Walker sagte: "Das Blut floss die Straßen lang."

Bekannte schilderten Bird als ruhigen Menschen, er habe allein gelebt und einen erwachsenen Sohn. "Ich kann nicht glauben, dass er so etwas tun kann", sagte die Telefonistin eines Taxiunternehmens. "Birdy" sei häufiger in die Stadt gekommen, um auszugehen. "Er war ziemlich beliebt."

"Er war sehr still, behielt alles für sich", berichtete Birds Bekannter John Kane. Unklar ist, woher der 52-Jährige die Waffe hatte. Großbritannien hat ein sehr strenges Waffengesetz - jeder Waffenbesitzer muss sich registrieren lassen und die Waffen sicher verschließen.

Bei Touristen beliebtes ländliches Idyll
Nach Angaben der BBC eröffnete der Amokschütze an elf verschiedenen Orten das Feuer. Bei der Gegend, etwa 560 Kilometer nordwestlich von London, handelt sich um ein bei Touristen beliebtes ländliches Idyll.

Es ist der folgenschwerste Amoklauf in Großbritannien seit 1996, als ein Mann in einem Kindergarten in Schottland 16 Kinder und einen Lehrer erschoss. Der britische Regierungschef David Cameron zeigte sich "alarmiert und geschockt" und sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.

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