25.10.2019 15:32 |

Missbrauchsverdacht

Versteckte Kamera deckte Sex im Pflegeheim auf

Er behauptet, dass er ihr nur Gutes tun wollte, und sie per Augenkontakt zugestimmt habe - doch für die Anklage ist das, was ein 63-jähriger Mann - von Beruf Heilmasseur - im Pflegeheim mit seiner an multipler Sklerose leidenden Stieftochter tat, sexueller Missbrauch. Über Monate hinweg soll sich der Angeklagte an ihr vergangen haben. Als das Pflegepersonal Verdacht schöpfte, sollte das Video einer versteckten Kamera schließlich einen Vorfall dokumentieren ...

Seit mittlerweile fünf Jahren lebt die 47 Jahre alte Frau in dem Pflegeheim und muss rund um die Uhr betreut werden, da sie an einer besonders aggressiven Form von multipler Sklerose leidet. Selbstständig bewegen kann sich die Frau nicht mehr und auch nicht mehr verbal mit ihrer Umwelt kommunizieren. Ihr Stiefvater besuchte die 47-Jährige jeden Freitag und soll im November 2018 schließlich beschlossen haben, „in ihre Behandlung einzugreifen“, erklärte er.

Per „Augenkontakt“ zugestimmt
Er habe zunächst damit begonnen, ihre Arme und Beine zu bewegen: „Das hat ihre Spasmen aufgelöst. Sie hat sich entspannt.“ Im Lauf der Behandlungen habe sich dann „eine Gefühlsbeziehung aufgebaut“. Die Stieftochter habe „Zärtlichkeit, Zuwendung, Aufmerksamkeit und Liebe“ gesucht: „Ich hab mich verliebt in sie. Das hab ich echt nicht erwartet.“
Dann habe er sie gefragt, ob sie mit ihm schlafen wolle, erklärte der Angeklagte - in zweiter Ehe verheiratet - weiter. Und per „Augenkontakt“ habe die 47-Jährige zugestimmt, meinte er. Ob die Frau dazu allerdings überhaupt fähig ist, ist unklar.

„Mein Ziel war es, ihre Lebensqualität zu verbessern“, beteuerte der Angeklagte vor Gericht. Auch seine Verteidigerin sprach davon, dass der 63-Jährige „ein Bedürfnis nach Lust und körperlich Angenehmem“ befriedigt habe.

Versteckte Kamera zeichnete Vorfall auf
Für die Staatsanwaltschaft jedoch sind die Vorfälle sexueller Missbrauch einer wehrlosen Person. Und auch das Personal des Pflegeheims sollte im Laufe Zeit Verdacht in Richtung sexueller Übergriffe geschöpft haben - weshalb in der Folge eine versteckte Kamera im Zimmer der 47-Jährigen installiert wurde. Am 12. April zeichnete diese dann den 63-Jährigen bei 40-minütigem Sex mit seiner Stieftochter auf. Die Heimleitung erstattete daraufhin Anzeige, der Stiefvater wanderte in U-Haft.

Der Prozess gegen den Angeklagten wurde am Freitag vertagt, am 5. Dezember wird weiterverhandelt. Der 63-Jährige verbleibt bis dahin in U-Haft, so die Entscheidung des Gerichts.

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