Di, 19. März 2019
01.06.2010 09:50

Arbeitslosigkeit

"Stabiler" Mai dank Anstieg bei Schulungen

Der Arbeitsmarkt in Österreich hat sich im Mai laut Angaben des Sozialministeriums weiter stabilisiert. 227.089 Menschen waren als arbeitslos registriert, das waren um 22.590 weniger als im April, aber auch um 12.688 (5,3 Prozent) weniger als im Mai 2009. Makellos ist die Statistik aber nicht: Tatsächlich sind heute 1.293 mehr Menschen (+0,4 Prozent) ohne Arbeit als vor einem Jahr, weil die 78.178 Teilnehmer an Schulungen (+13.981) offiziell nicht als arbeitslos gelten.

Die Arbeitslosenquote ist damit nach nationaler Berechnung von 6,9 Prozent im April auf nun 6,3 Prozent gesunken. Im europäischen Durchschnitt ist das nach wie vor ein niedriger Wert: Nach Eurostat-Berechnung waren im März - das ist der aktuellste verfügbare Monatswert - in Österreich 4,9 Prozent arbeitslos. Für die EU-15 weist Eurostat eine Arbeitslosenquote von 9,6 Prozent aus.

In sechs Bundesländern - Burgenland, Steiermark, Salzburg, Kärnten, Tirol und Vorarlberg - war die Arbeitslosigkeit im Mai auch inklusive Schulungen rückläufig, ließ Sozialminister Rudolf Hundstorfer am Dienstag wissen. Die Jugendarbeitslosigkeit ging in Österreich um 10,7 Prozent zurück. Auch die Lehrstellen-Lücke hat sich leicht verkleinert, die Anzahl der Lehrstellensuchenden ist um 2,5 Prozent auf 4.276 gesunken. Ihnen standen 2.911 offene Lehrstellen gegenüber, das ergibt 1.365 fehlende Lehrstellen (-48).

19 Prozent der Arbeitslosen sind keine Staatsbürger
Männer haben von der Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt stärker profitiert als Frauen, Inländer stärker als Ausländer. Bei Männern fiel der Rückgang der Arbeitslosigkeit mit 8,8 Prozent deutlich stärker aus als bei Frauen (-0,7 Prozent). Für Menschen über 50 ist es noch schwerer geworden, eine Arbeit zu bekommen - in dieser Altersgruppe nahm die Arbeitslosigkeit um 1,7 Prozent zu.

Bei Inländern sank die Arbeitslosigkeit um 5,6 Prozent, bei Ausländern um 4,1 Prozent. Insgesamt hatten von den 227.089 Arbeitslosen 42.783 keinen österreichischen Pass, das sind knapp 19 Prozent.

Hundstorfer vorsichtig optimistisch
Hundstorfer zeigte sich am Dienstag vorsichtig optimistisch, von einer Trendwende wollte er allerdings noch nicht sprechen. Das werde man erst im September/Oktober beantworten können. Die Zahlen seien jedoch "erfreulich".

Nur in Oberösterreich, Niederösterreich und Wien habe es inklusive der Schulungsteilnehmer einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen gegeben. Insgesamt habe man aber schon den dritten Monat in Folge einen Rücklauf. Es gebe zudem den Höchststand an offenen Stellen seit dem Sommer 2008: Insgesamt habe sich die Zahl der offenen Stellen um 19 Prozent auf 33.115 erhöht. Zudem steige die Aktivbeschäftigung laut Prognose des Sozialministeriums mit plus 28.000 stark an. "Dadurch erhöhen sich gerade auch für junge Menschen die Chancen auf einen erfolgreichen Arbeitsmarkteintritt", so der Minister. Die Industrie verzeichnet mit minus 24,9 Prozent eine stark sinkende Arbeitslosigkeit. Auch im Bau, im Handel und in der Arbeitskräfteüberlassung sinken die Arbeitslosenzahlen.

Ob über das gesamte Jahr gerechnet ein Minus oder ein Plus bei der Arbeitslosenquote stehen wird, könne man jetzt noch nicht vorhersehen, sagte Hundstorfer.

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