Kündigung im Spital

Taxler brachte Schreiben des Chefs ans Krankenbett

„Das war wie ein brutaler Schlag in die Magengrube“, sagt Manuela M., vierfache Mutter aus dem niederösterreichischen Ennsdorf. Nach einer schweren gynäkologischen Operation liegt die 47-Jährige seit einer Woche im LKH Steyr in Oberösterreich. Am Montag klopfte dort ein Taxler an die Krankenzimmertür, überreichte ihr ein Kündigungsschreiben des Chefs.

„Dass mein Chef mir auf die Art den Job gekündigt hat, war schon eine gewaltige menschliche Enttäuschung“, sagt Manuela M. Seit 15 Jahren arbeitet die 47-Jährige für das Unternehmen im Bezirk Linz-Land. „Mir hat das immer große Freude gemacht – und wenn ich gefragt worden bin, ob ich Überstunden machen kann, hab’ ich in den meisten Fällen auch gerne eingewilligt“, erzählt die vierfache Mutter. Beschwerden habe es über sie nicht gegeben.

Betriebsurlaub für Genesung geopfert
Heuer im Juli hatte M. sich bereits für einen gynäkologischen Eingriff in Spitalsbehandlung begeben müssen. Sie wurde 14 Tage lang stationär betreut und war insgesamt vier Wochen im Krankenstand. Obwohl noch nicht ganz fit, habe sie sich gesund schreiben lassen und auf diese Weise noch eine Woche des allgemein verhängten Betriebsurlaubs für ihre Genesung geopfert.

Kein Gespräch gesucht
Am 9. Oktober musste sie sich aber noch einmal im LKH Steyr operieren lassen. Am Montag bekam sie dort Besuch von einem Fremden, der sich als Taxler vorstellte und ihr ein Schreiben ihres Chefs überreichte. „Es war meine Kündigung“, zeigt sich M. fassungslos. Sie ist bitter enttäuscht, dass ihr Chef nicht zuvor das Gespräch gesucht, sondern sie einfach kalt abserviert hat: „So etwas habe ich mir nicht verdient.“

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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