16.10.2019 15:14 |

Druck aus Pentagon?

Erdogan wollte zuerst nicht, jetzt trifft er Pence

Er wollte ihn ursprünglich nicht treffen, doch nun hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan doch seine Bereitschaft bekundet, US-Vizepräsident Mike Pence und US-Außenminister Mike Pompeo bei deren Besuch in Ankara am Donnerstag zu Gesprächen über die Offensive in Nordsyrien zu treffen. Grund dürfte dem Vernehmen nach eine radikale Maßnahme des Pentagon gewesen sein: Die türkische Regierung als Mitglied der Anti-IS-Koalition wurde von den USA vom Informationsfluss der Allianz abgeschnitten. Es gab laut einem Medienbericht Befürchtungen, dass Erdogan die Daten für seine Offensive gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) nützt.

Wie „Spiegel Online“ berichtet, wurde die Maßnahme in Militärkreisen als „Ohrfeige“ für Erdogan gewertet. Faktisch hätten die USA die Türkei durch den Schritt aus der von Washington angeführten Koalition geworfen, heißt es.

Erdogan spottet über Trumps Tweets
„Ich werde sie nicht treffen. Sie werden ihren jeweiligen Gegenpart treffen“, hatte Erdogan im Gespräch mit dem Fernsehsender Sky News ein Treffen mit Pence und Pompeo zunächst abgesagt. Gleichzeitig spottete er über die Twitter-Flut von US-Präsident Donald Trump und kündigte an, diese künftig zu ignorieren. „Wir haben bisher die Äußerungen von Trump auf Twitter gelesen, doch wir sind an den Punkt gelangt, da wir diese Tweets nicht mehr verfolgen können“, meinte der türkische Staatschef. Der Grund: „Wir schaffen es nicht mehr zu folgen.“

Unten sehen Sie einen von Trumps jüngsten Tweets zur Syrien-Offensive, in dem er erklärt, dass ihm die Südgrenze der Vereinigten Staaten wichtiger ist als die syrisch-türkische:

Vermittlungsmission der USA nach Abzug
Der Vizepräsident und der Außenminister der USA wollen sich in Ankara für eine Waffenruhe zwischen der Türkei und den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Nordsyrien einsetzen. Erdogan hat eine Waffenruhe bereits abgelehnt, solange die Kurdenmiliz in der von der Türkei geplanten „Sicherheitszone“ entlang der türkischen Grenze präsent sei.

In der Rede vor dem Parlament wies der türkische Präsident jede Vermittlung zurück, da die Türkei sich nicht mit einer „Terrororganisation“ an einen Tisch setzen werde.

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