06.10.2019 17:29 |

Matchball im Video

CHINA-KÖNIG Thiem zeigt Tennis von anderem Stern

Dominic Thiem hat seinen ersten weiten Turniervorstoß in Asien mit einem Titel gekrönt. Der 26-jährige Niederösterreicher bezwang im Finale des ATP-500-Turniers in Peking als Topfavorit den als Nummer 3 gesetzten Griechen Stefanos Tsitsipas nach 2:11 Stunden und Satzrückstand 3:6,6:4,6:1. Der vierte Titel des Jahres war der insgesamt 15. in Thiems Karriere.

„Es war eines der besten Matches, die ich bisher in meiner Karriere gespielt habe“, befand Thiem in einer ersten Reaktion auf dem Platz. Erstmals holte er sich den Siegerscheck (über umgerechnet 669.000 Euro) bei einem Turnier in Asien ab. Auf diesem Kontinent war es zuvor nicht nach Wunsch gelaufen.

Endlich klappte es in Asien
Endlich klappte es auch im Fernen Osten. „Das bedeutet mir natürlich sehr viel“, sagte Thiem und bedankte sich später auf Chinesisch beim Publikum. Er hatte zuvor schon in Indian Wells (1000), Barcelona (500) und Kitzbühel (250) triumphiert. Thiem: „Es ist meine beste Saison mit vier Titeln.“ In Shanghai, wo Thiem ab kommender Woche beim Masters-1000-Turnier aufschlägt, ist er in bisher vier Events (2014, 2015, 2017 und 2018) nie über die zweite Runde hinausgekommen. Nach einem Freilos bekommt er es mit dem Chinesen Zhang Ze oder den Spanier Pablo Carreno Busta zu tun.

Von seinen fünf Endspielen in diesem Jahr hat Thiem nun vier gewonnen. Nur bei den French Open hatte er sich Langzeitdominator Rafael Nadal geschlagen geben müssen. Auf dem Weg zu seinem vierten Hartplatz-Titel war die Routine klar auf Thiems Seite, 22:7 hieß es vor der Partie an Finalteilnahmen für den Österreicher. Von Nervosität oder gar übermäßigem Respekt war beim griechischen Shootingstar aber nichts zu merken. Die Zuschauer auf dem 15.000 Menschen fassenden „Diamond Court“ sollten ein enorm intensives und hochstehendes Endspiel erleben.

Traumstart
Thiems Traumstart (Break zu null im ersten Game) war zunächst schnell wieder dahin, der Spielverlust zum 3:5 ließ ihn einen ausgeglichenen ersten Satz verlieren. Tsitsipas gewann mit dem konstanteren Service nicht mehr, aber die wichtigen Punkte.

Thiem sah sich wie am Vortag gegen den Russen Karen Chatschanow mit einem Satzrückstand und - wenig später - einem Breakrückstand im zweiten Satz konfrontiert. Denn nach Thiems Überkopf-Volley ins Out nützte Tsitsipas die Gelegenheit gnadenlos zur 2:1-Führung.

Der Weltranglisten-Siebente aber ermöglichte Thiem mit einem Doppelfehler das Rebreak. Das Match wogte hin und her, Thiem fand Breakbälle vor - Tsitsipas wehrte zunächst fast alle per Serve-and-Volley ab. Doch Thiem wirkte physisch wie mental in Hochform - und drehte die Partie in seine Richtung. Mit dem Break zum 6:4 ging der zweite Satz an den Österreicher.

Völlig entfesselt
Nach dem Satzausgleich spielte Thiem völlig entfesselt. Mit zwei Breaks zog er bis auf 5:0 davon. Der 21-jährige Gegner, der im Halbfinale seinen Deutschen Alterskollegen Alexander Zverev in zwei Sätzen geschlagen hatte, verzweifelte an den nun so präzise ausfallenden Geschoßen der Nummer fünf der Welt, die Thiem trotz Titelgewinn bleiben wird. Lobende Worte für Tsitsipas hatte Thiem danach trotzdem parat. Und er hoffte auf weitere Finalspiele. „Das könnte eine große Rivalität zwischen uns werden.“

krone Sport
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