21.09.2019 13:00 |

Er geht in die Pension

Beim Mankeiwirt hat es sich 2020 ausgepfiffen

50 arbeitsreiche Sommer am Großglockner sind ihm genug: Der weitum bekannte Mankeiwirt Herbert Haslinger will nach der kommenden Sommersaison in Pension gehen – und sucht einen Nachfolger. Für 1,5 Millionen Euro bietet der Murmeltierexperte und Wirt seinen Gasthof Fuscherlacke an Glocknerstraße an. Noch hat er keine „seriösen“ Angebote bekommen

Ein Murmeltier im Nacken, ein freundliches Lächeln auf den Lippen, um ringt von einer Menschentraube – so kennt man Herbert Haslinger, Chef des legendären Gasthofes Fuscherlacke an der Großglockner Hochalpenstraße, der von allen nur der „Mankeiwirt“ genannt wird.

Ein schönes Bild. Das schon nach dem Nationalfeiertag im kommenden Jahr der Vergangenheit angehören dürfte. Haslinger will sich zur Ruhe setzen: „Nach über 50 Jahren am Großglockner möchte auch ich einmal einen Sommer richtig genießen, solange ich noch gesund bin. Seit ich zwölf Jahre alt bin, arbeite ich hier oben“, so der 61-Jährige. Seit 1991 betreibt der gebürtige Zeller in den Sommermonaten mit seiner Frau Helen den Gasthof Fuscherlacke mit vier Mitarbeitern. 1992 avancierte er mit seinem zahmen Murmeltier-Findelkind „Morfi“ zum „Mankeiwirt“ – also zum Murmeltierwirt.

Leicht ist ihm die Entscheidung nicht gefallen: „Obwohl es bestens läuft, ist es besser, jetzt einen positiven Schlussstrich zum Doppeljubiläum zu ziehen und das Ganze zu verkaufen“, sagt Haslinger. Warum? Er sei keiner, der verpachte und zusehe. Zudem habe sein Sohn seine Passion in der sozialen Arbeit gefunden.

Noch habe er keine „seriösen“ Angebote
Einen heimischen Immobilienmakler hat der Pinzgauer bereits beauftragt: Der potenzielle Käufer soll 1,5 Millionen Euro für den Gasthof samt der fünf Gäste-Zimmer, 1000 Quadratmeter Grund und das Wasserrecht hinblättern. Seine vier „Mankei“ – Fanni, Flo, Ferdi und Vroni – müssen nicht übernommen werden. „Für die findet sich bestimmt ein Züchter oder Liebhaber. In der Wohnung kann ich sie nicht halten“, so der Murmeltierexperte, der in Niedernsill daheim ist. Noch hat er keine „seriösen“ Kauf-Angebote bekommen: „Notfalls hängen wir 2021 noch eine allerletzte Saison von April zum Nationalfeiertag an. Am liebsten wäre uns ein junges Paar, das übernimmt – dem würden wir anfangs auch helfen“, so Haslinger. Er und seine Helen, die aus Schweden stammt, arbeiten bereits am nächsten Projekt: „Wir werden im Herbst beide den C-Führerschein machen, wir wollen künftig mit unserem Bürstner Lyseo-Wohnmobil viel im Norden unterwegs sein “, so der Wirt, den es vor allem nach Schweden, Dänemark und Norwegen zieht.

Verena Seebacher
Verena Seebacher
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