05.08.2019 09:37 |

Zwei Kinder überrollt

Traktorunglück: Ermittlungen gegen Fahrzeughalter

Nach dem tragischen Traktorunglück, bei dem vor drei Wochen zwei Kinder aus Vorarlberg ums Leben kamen, werden nun Ermittlungen gegen den Halter des Landwirtschaftsfahrzeuges, bzw. die Eltern des 13 Jahre alten Unglückslenkers geführt. Die beiden Opfer des Unfalls, zehn und 13 Jahre alt, saßen in einem Container an der Front des Fahrzeuges, als sie während der Fahrt herausstürzten und in der Folge überrollt wurden.

Mittlerweile hat ein Gutachten ergeben, dass es sich bei dem Weg, auf dem das Unglück geschah, um einen sogenannten tatsächlich öffentlichen Verkehrsgrund handelt, wie die Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, Johanna Graf, gegenüber krone.at erklärte. „Zwar befindet sich der Weg, auf dem das Unglück geschah, auf privatem Grund“, verdeutlicht Graf, „allerdings kann und soll dieser auch von allen benutzt werden“, etwa als Wanderweg. Er sei zwar von einem Weidezaun begrenzt, jedoch nicht abgesperrt, auch gebe es Hinweistafeln für Wanderungen. Die rechtliche Situation sei vergleichbar mit dem Areal einer Tankstelle oder dergleichen, der ebenfalls von jedem genutzt werden dürfte.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung
„Damit gelten auch sämtliche Vorschriften wie auf öffentlichem Grund“, so die Polizeisprecherin weiter. Und damit hätte der 13-Jährige auch den Traktor nicht fahren dürfen. Aus diesem Grund werde nun gegen den Fahrzeughalter und die Eltern des 13-Jährigen ermittelt. „Wegen der Ermächtigung zum Fahren ohne Fahrerlaubnis und wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassung“, so Graf weiter. Zu klären sei auch, ob dem Fahrzeughalter die rechtliche Lage bekannt war, bzw., ob er diese habe wissen können, erklärt die Sprecherin.

„Hat das schon 100-mal gemacht“
Die Tragödie hatte sich vor drei Wochen in den Abendstunden in Balderschwang im bayrischen Allgäu abgespielt.

Die Kinder waren mit dem Traktor unterwegs, der 13-Jährige saß nicht zum ersten Mal am Steuer des Traktors. Wie Konrad Kienle, Bürgermeister von Balderschwang, nach dem Unfall erklärt hatte, habe der Bub „das schon 100-mal gemacht, ohne dass bisher auch nur einmal was passiert ist“.

Christine Steinmetz
Christine Steinmetz

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