02.08.2019 18:07 |

Bierwirt-Causa

Nach „Privatfahndung“: Abgebildeter will klagen

Jener Craft-Beer-Shop-Besitzer, der zuletzt mit zumindest hinterfragenswürdiger Werbung auf seiner Homepage von sich reden machte - wir berichteten mehrfach -, dürfte sich bald mit einer Anzeige wegen Verleumdung und womöglich auch einer Klage konfrontiert sehen. Nachdem er auf seiner Homepage Fotos einer Überwachungskamera veröffentlichte und via „Privatfahndung“ nach den dort abgebildeten Personen suchte, denen er Vandalismus und Diebstahl vorwirft, hat sich nun einer der Männer gemeldet. 

Er wolle sich rechtlich gegen den Shopbetreiber wehren, erklärte der Mann, der sich anonym bei der Tagezeitung „Der Standard“ meldete. Wie er weiter ankündigte, werde er auch eine Anzeige wegen Verleumdung einbringen, den Shopbetreiber klagen und sich bei der Datenschutzbehörde beschweren.

Vandalismus- und Diebstahlsvorwürfe
Der Bierlokalbetreiber wirft den auf seiner Homepage abgebildeten Personen Vandalismus und Diebstahl vor. Die Fotos wurden bereits im Mai veröffentlicht. Eine Sachbeschädigung an dem Geschäft will der Mann, der sich nun meldete, aber nicht begangen haben. Allerdings gab er auch an, keine genaue Erinnerung an den Tag zu haben.

100 Euro für Hinweise ausgelobt
Der Craft-Beer-Shop-Besitzer hatte 100 Euro an Personen ausgelobt, die ihm Name und Adresse einer der abgebildeten Personen nennen. Das dürfte nun zumindest einmal geschehen sein. So gibt der anonyme, abgebildete Mann an, seine Freundin in das Geschäft geschickt zu haben, damit sie dem Lokalbetreiber seinen Namen und Adresse nennt. Die 100 Euro soll sie daraufhin erhalten haben.

Dem Anwalt des Bierlokalbetreibers, Adrian Hollaender, war im Gespräch mit der APA am Freitagnachmittag nicht bekannt, ob sich der Austausch von Name und Adresse des Abgebildeten gegen Geld zugetragen hat. „Wenn der Betreiber nun allerdings tatsächlich wissen sollte, wer der Tatverdächtige ist, dann wird er ihn zur Anzeige bringen und zivilrechtliche Forderungen für den entstandenen Schaden einfordern“, sagte Hollaender.

Klage gegen Sigi Maurer
Bekannt geworden war der Besitzer des Craft-Beer-Shops durch seine Klage gegen die grüne Politikerin Sigi Maurer. Zuletzt hatte der Bierwirt von sich reden gemacht, weil er unter anderem mit „Gay days“ und einem „Lesben-Bonus“ auf seiner Homepage warb.

 krone.at
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