22.07.2019 17:35 |

80 Millionen € Verlust

Alle Züge verkauft: Westbahn zieht Notbremse!

Der Preiskampf mit den ÖBB auf der Strecke Wien-Salzburg setzt der Westbahn zu. Sie verkauft daher ihre gebrauchten 17 Zuggarnituren an die Deutsche Bahn und hat 15 neue bestellt, die moderner und kostengünstiger sind. Der Fahrplan wird vorübergehend reduziert.

„Im Schnitt kostet eine Fahrt nach Salzburg 13,20 Euro. Da zahlen wir fünf Euro dazu, die ÖBB mit höheren Kosten noch viel mehr“, erklärt Westbahn-Hauptaktionär Hans Peter Haselsteiner. Doch so schnell gebe er nicht auf. Mit Kostensenkungen will er die Verluste (seit 2011 waren es in Summe 83 Millionen Euro) stoppen.

„Ich habe keinen Goldscheißer im Keller“, erklärte Haselsteiner, der zuletzt wegen einer 300.000-Euro-Spende an die NEOS ins mediale Rampenlicht gerückt war, am Montag in Wien. „Alle Jahr rinnen zehn Millionen ausse, ich kann nimmer zuschauen!“ Die Aktionäre hätten dem Management eine „Stop-Loss-Strategie“ verordnet.

Daher werden die 17 gebrauchten (und teuer finanzierten) Zuggarnituren jetzt in zwei Schritten „sehr günstig“ an die Deutsche Bahn verkauft.

Um 290 Millionen Euro hat man bei „niedrigem Zinsumfeld“ 15 nagelneue Doppelstockgarnituren bei der Schweizer Firma Stadler bestellt. Bis diese 2021 eintreffen, fährt die Westbahn ab Dezember nur noch jede Stunde (vom Wiener Westbahnhof), erst danach wieder alle 30 Minuten.

ÖBB-Ticketpreise „zu niedrig“
Den Grund für die Verluste orten Haselsteiner und Westbahn-CEO Erich Forster übrigens bei der Staatsbahn ÖBB. Beide kritisierten, dass die Bundesbahn den Wettbewerb mit der Westbahn über zu niedrige Ticketpreise führe, die Kosten dafür müssten die Steuerzahler berappen. Auch die Rahmenbedingungen für die Westbahn würden durch die ÖBB, wo sie nur könne, erschwert, zahlreiche Beschwerden dagegen seien noch immer anhängig.

Seit die Westbahn fahre, hätten die ÖBB eine halbe Milliarde Euro an Werbemitteln ausgegeben - bei 600 Millionen Euro Zuschuss, den die ÖBB pro Jahr vom Steuerzahler bekämen, wetterte Haselsteiner. Aber auch die EU sei für ihn eine große Enttäuschung wegen der mangelnden Bahnliberalisierung.

ÖBB: „Wahre Konkurrenz auf der Straße“
Die ÖBB reagierten am Montagnachmittag mit Bedauern über die Angebotsreduktion beim Konkurrenten: „Im Sinne des Klimaschutzes braucht es mehr Bahnangebot, nicht weniger“, hieß es seitens der Bundesbahnen. Die wahre Konkurrenz sei aber nicht auf der Schiene, sondern auf der Straße.

Kronen Zeitung/krone.at

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