02.07.2019 06:00 |

Winzer kämpfen weiter

Die Klimakrise rüttelt nun auch am Rebstock

Würzig-fruchtig muss er sein, gut trinkbar, gehaltvoll, nicht zu schwer. So lieben wir unseren Veltliner, die beliebteste Rebsorte des Landes. Doch die Klimakrise ist längst auch in den Weingärten angekommen.

Mit geschultem Blick streift Christina Hugl durch die Reihen. Der Boden dürr, und doch regiert sattes Grün, so weit das Auge reicht. An den Stöcken hängen bereits zarte Trauben, der Weingarten saugt die Sommersonne richtig in sich auf. Postkarten-Idyll im nördlichen Niederösterreich, möchte man meinen.

Doch der Schein ist trügerisch. Denn längst haben auch die heimischen Winzer die Klimakrise zu spüren bekommen, zumindest deren Vorboten: „Diese Wetterextreme sind schon brutal“, erzählt die 27-jährige Niederösterreicherin, während sie nachdenklich auf den Boden schaut. „Älteren Weinstöcken, so ab 20 Jahren, macht die Trockenheit nicht so viel aus. Aber in jungen Lagen muss künstlich bewässert werden.“

Schädlinge überleben milde Winter
Dabei ist das Ausbleiben von Niederschlag nur ein Faktor, auf den sich die Weinbauern in Zukunft einstellen müssen. Im Winter ist es nicht mehr kalt genug, viele Schädlinge überleben die kalte Zeit. Und es zieht durch das insgesamt wärmere Klima neues Ungeziefer zu. Hitze und Dürre, dann wieder unerwarteter Frost und Hagel - das wirkt sich natürlich auch auf die Beschaffenheit des Weines aus. Besonders in den Fokus rückt dabei der Grüne Veltliner, die weitaus beliebteste Sorte des Landes. Mehr als ein Drittel der Anbaufläche wird ihm gewidmet.

Auch ein Kampf für den Grünen Veltliner
Doch in Zukunft könnte es schwieriger werden, den Veltliner so auszubauen, wie ihn Herr und Frau Österreicher mögen: Würzig-fruchtig, nicht zu korpulent, zwischen 12 und 12,5 Prozent Alkohol. Der Kampf gegen die Klimakrise ist also auch ein Kampf für den Grünen Veltliner - Hugl und ihre Winzerkollegen werden sich ihm stellen.

Kronen Zeitung

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