21.06.2019 07:06 |

US-Drohne abgeschossen

Trump blies Vergeltungsangriff gegen den Iran ab

Nach dem Abschuss einer US-Drohne durch den Iran ist die Befürchtung groß, dass der Vorfall einen Krieg zwischen den beiden Ländern auslösen könnte. Ein Vergeltungsangriff von US-Präsident Donald Trump wurde am Donnerstag in letzter Sekunde abgeblasen - Flugzeuge und Schiffe waren bereits in Stellung gebracht, berichtet die „New York Times“. Der Iran soll via Oman eine Vorwarnung über die Offensive erhalten haben. 

Trump hatte den Angriff bereits autorisiert. Als Ziele wurden Radarstationen oder Raketenbatterien ausgewählt. Die Flugzeuge waren bereits in der Luft und Schiffe in Abschussposition, als der Einsatz abgebrochen wurde, so die Zeitung. Raketen seien keine abgefeuert worden. Der Angriff war für Freitagmorgen geplant, um das Risiko für das iranische Militär oder Zivilisten in Grenzen zu halten. Es soll laut „New York Times“ jedenfalls heftige Diskussionen im Weißen Haus zwischen dem Präsidenten, seinen höchsten Sicherheitsberatern und Kongressspitzen gegeben haben.

Der Iran soll einem Insider aus Regierungskreisen zuvolge über den bevorstehenden Angriff Bescheid gewusst haben. Trump habe mitgeteilt, er wolle keinen Krieg sondern Gespräche, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Dafür habe Trump der Islamischen Republik eine kurze Frist gesetzt. 

Doch die Islamische Republik ist an einem Dialog mit den USA nicht interessiert: Ein zweiter Insider sagte Reuters, der Iran habe darauf ebenfalls via Oman geantwortet, das geistliche und staatliche Oberhaupt der Islamischen Republik, Ayatollah Ali Khamenei, sei gegen jede Art von Gesprächen mit den USA.

Demokraten fürchten, Trump könnte in Krieg „stolpern“
Die oppositionellen Demokraten äußerten die Befürchtung, dass der Konflikt mit dem Iran weiter eskaliert. „Der Präsident hat wohl nicht vor, in den Krieg zu ziehen, aber wir sind besorgt, dass er und die Regierung in einen Krieg hineinstolpern könnten“, sagte der Fraktionschef der Demokraten im US-Senat, Chuck Shumer, nach einem Gespräch mit Trump.

Oppostition wünscht sich keine „leichtsinnigen“ Aktionen
Der Demokrat forderte daher, dass der Senat einer Militäraktion zustimmen müsse, ehe dafür Geldmittel zur Verfügung gestellt werden. Die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, forderte die Trump-Regierung auf, alles in ihrer Macht Stehende für eine „Deeskalation“ der Lage zu tun. Nötig sei „ein starker, intelligenter und strategischer Zugang, kein leichtsinniger“, betonte sie. Auch Pelosi forderte, dass die Regierung keine Militäraktionen ohne vorherige Zustimmung des Kongresses starten dürfe.

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat sich seit dem von Trump im Vorjahr verkündeten Ausstieg Washingtons aus dem internationalen Atomdeal mit Teheran zusehends aufgeschaukelt. Am Donnerstag wurde eine neue Eskalationsstufe erreicht, als der Iran den Abschluss einer US-Drohne über seinem Staatsgebiet verkündet hatte.

Washington beteuert, dass sich die Drohne außerhalb iranischen Territoriums befunden habe. Das US-Verteidigungsministerium veröffentlichte eine Karte mit der Flugroute der Drohne.

Der Iran behauptet das Gegenteil. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Zarif gab bekannt, dass Trümmer der Drohne in heimischen Hoheitsgewässer gefunden wurde - der iranische Luftraum sei verletzt worden.

Ein weiterer Vorfall, der für Spannungen in der bilateralen Beziehung führte, war der Angriff auf zwei Tanker im Golf von Oman. Die USA beschuldigten den Iran, dafür verantwortlich zu zeichnen - doch dieser bestreitet das.

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