11.06.2019 06:00 |

Sackerl-Aus nur Etappe

„Das Plastikverbot muss noch viel weiter gehen“

Diese Woche fixieren ÖVP und FPÖ das Verbot für das Plastiksackerl. Doch das soll noch nicht der letzte Schritt gewesen sein. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert das Aus für alle Gratis-Wegwerf-Sackerln sowie eine deutliche Reduktion der Verpackungen. Diese Maßnahme sei auf dem Weg, betont Ex-Umweltministerin Elisabeth Köstinger.

Im vergangenen Dezember hat die türkis-blaue Regierung bei einem Ministerratsvortrag die Ziele vorgegeben: Das Verbot von Kunststofftragetaschen, ein Verbot der Beimengung von Mikroplastik in Kosmetikprodukten und Reinigungsmitteln sowie eine Reduktion der Plastikverpackungen um 20 bis 25 Prozent.

Verpackung: Jährlich 300.000 Tonnen im Müll
Genau auf diese Beschränkung pocht nun Greenpeace. Sonst sei zu befürchten, dass das Plastiksackerlverbot zu einer Zunahme von verpackter Ware führe und damit zu einem „Eigentor für die Umwelt“ werde, so die Naturschützer. Laut Greenpeace landen in Österreich jährlich 300.000 Tonnen Plastikverpackungen im Müll - um zwei Drittel mehr als noch vor 20 Jahren. 

Die Maßnahme sei geplant, aber noch nicht ganz fertig, so Köstinger zur „Krone“. Man stehe in intensivem Kontakt zu Handel und Wirtschaft, auch Umweltschutzorganisationen seien in die Verhandlungen eingebunden. Es gehe bei der Verpackung auch darum, die Lebensmittel haltbar zu machen, ein Verbot, das zu mehr Verderblichkeit der Nahrungsmittel führe, sei auch nicht sinnvoll, so Köstinger. Sie betont: Derzeit liege das Vorhaben auf Eis, werde aber nach der Wahl wiederaufgenommen.

„Österreich darf nicht zur falschen Lösung greifen“
„Österreich darf nicht zu falschen Lösungen greifen: Wenn wir die 750 Millionen Wegwerfsackerln aus Plastik mit Wegwerfsackerln aus Bio-Plastik oder Papier ersetzen, haben wir der Umwelt keinen Gefallen getan. Wir brauchen ein Aus für alle Gratis-Wegwerfsackerln“, so Greenpeace.

Doris Vettermann, Kronen Zeitung

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