07.04.2010 16:10 |

Am Bett erhängt

Sechsjährige soll Selbstmord begangen haben

Im US-Bundesstaat Oregon sorgt der Obduktionsbericht eines Gerichtsmediziners zum Tod eines sechsjährigen Mädchens für Aufregung: Als Todesursache gibt der Sachverständige Selbstmord an. Die kleine Samantha wurde von ihren Eltern mit einem Gürtel um den Hals an einem Gitterbett hängend gefunden. Die Polizei geht von einem Unfall aus.

Der Vorfall hatte sich bereits im vergangenen Dezember, wenige Tage vor Samanthas siebtem Geburtstag, ereignet. Jetzt, Anfang April, legte der Gerichtsmediziner sein Gutachten vor. Seiner Rekonstruktion anhand der Spuren und Ermittlungsakten zufolge handle es sich klar um einen Selbstmord.

Das Mädchen sei nach einer verbalen Auseinandersetzung mit der Mutter in sein Zimmer geschickt worden, habe dort einen Cordgürtel genommen, ein Ende um seinen Hals geschlungen und das andere an dem unbenützten Gitterbett, das im Zimmer aufgebewahrt wurde, festgeknüpft. Dann sei die Kleine vom Lattenrost gestiegen und habe sich dadurch erhängt.

"Es gab Aussagen, wonach das Kind in der Vergangenheit damit gedroht hätte, sich umbringen zu wollen", heißt es im Bericht des Gerichtsmediziners, der sich dort auch auf Aussagen der Eltern beruft, wonach sie Samantha und ihre Schwester einmal über die Gefahren einer Strangulation aufklären mussten, als die beiden Mädchen mit einer Schnur um ihren Hals "Gassi gehen" spielten.

"Sie hat sich nicht mit Absicht umgebracht"
Die Ermittler der Polizei sind mit dem Resultat nicht einverstanden. Ihrer Ansicht nach wusste die Sechsjährige nicht, was sie tat, und könne sich der Konsequenzen nicht bewusst gewesen sein. Es habe zudem keinerlei Anzeichen gegeben, dass das Mädchen unglücklich oder etwa Misshandlungen ausgesetzt war. Samantha habe drei weitere Geschwister, die Ehe der Eltern sowie die Wohnverhältnisse seien intakt. Den Aussagen der Lehrer zufolge sei sie ein schüchternes, aber fröhliches Mädchen gewesen.

"Wir bestreiten ja nicht den Hergang dieser Tragödie. Allerdings glauben wir nicht, dass Samantha sich mit Absicht umgebracht hat", zitiert die Associated Press einen der Ermittler.

Staatsanwaltschaft dürfte von Anklage absehen
Das Gericht hält die Akten zu dem Fall laut AP unter Verschluss. Während die Eltern offenbar befürchten, aufgrund des Obduktionsberichtes könnte die Justiz versuchen, sie wegen Verletzung der Aufsichtspflicht zu belangen, gibt es aus dem Büro des Bezirksstaatsanwalts keine derartigen Signale.

"Ich gebe zu, dies ist ein bizarrer und schrecklicher Fall", so Staatsanwalt Brad Berry. Doch selbst bei einem Selbstmord wäre gemäß der geltenden Gesetze bei diesem Fall keine Anklage möglich. "Hier ist kein Verbrechen passiert."

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