06.06.2019 15:49 |

„Massiv erschüttert“

Ibiza-Video: Kärntner Ortsgruppe tritt aus FPÖ aus

Die Ibiza-Affäre rund um Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Ex-FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus hat nun auch erste offizielle Parteiaustritte zur Folge. Eine Kärntner Ortsgruppe gab bekannt, den Freiheitlichen geschlossen den Rücken zu kehren. „Mit den Aussagen und dem Handeln des Parteichefs im Jahr 2017 wurde unsere Arbeit, unser Vertrauen und vor allem unser Verständnis von freiheitlicher Politik massiv erschüttert“, hieß es in einem offiziellen Schreiben. 

Konkret geht es um die FPÖ-Ortsgruppe Stall im Mölltal im Bezirk Spittal. Im dortigen 15-köpfigen Gemeinderat verfügt die FPÖ über drei Mandate, eines davon sitzt im Gemeindevorstand. Bis zum Ende der Legislaturperiode werde man nun „parteilos“ - also ohne Fraktionszugehörigkeit - im Gemeinderat weiterarbeiten.

Mölltal ist Heimat der Scheuch-Brüder
Die Mitglieder der Ortsgruppe hätten den Parteiaustritt bereits am 27. Mai, also einen Tag nach der EU-Wahl, vollzogen. Zur Erinnerung: Das Mölltal ist die Heimat der Ex-FPÖ-Urgesteine Uwe und Kurt Scheuch (beide stammen aus der Gemeinde Mühldorf) und gilt als blaue Hochburg. Die Gemeinde Stall hat 1552 Einwohner. 

FPÖ kam in Stall bei EU-Wahlen auf über 40 Prozent
Dass die FPÖ in Stall ziemlich zieht, beweisen alleine die jüngsten Ergebnisse der Freiheitlichen bei bundesweiten Wahlen: Bei der EU-Wahl kam die FPÖ dort auf 41,5 Prozent. Bei der Bundespräsidentenwahl 2016 erreichte FPÖ-Kandidat Norbert Hofer satte 79,5 Prozent. Ob es bei der Nationalratswahl am 29. September auch wieder einen blauen Erfolg in der Kleingemeinde geben wird, bleibt abzuwarten. Schließlich fällt durch den Austritt der Ortsgruppe eine wichtige Mobilisierungskraft weg. 

„Stimmung ist nicht die Beste“
„Der Parteiaustritt der Ortsgruppe tut mir leid. Stall war bei der EU-Wahl beste FPÖ-Gemeinde im Bezirk, bei der Präsidentenwahl die beste in Österreich“, sagte Bezirksparteichef Erwin Angerer gegenüber der „Kleinen Zeitung“. Er werde nun in Stall eine neue Ortsgruppe aufbauen. Er stellte aber zerknirscht fest: „Die Stimmung im Bezirk Spittal ist nicht die Beste.“ 

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