Wegen Frau im Zimmer

Vater durfte nicht bei Tochter im Spital bleiben

„Da ist eine andere Mutter am Zimmer und als Papa dürfen wir Sie da nicht dazulegen“ - ein 42-jähriger Vater, der seine schwer verletzte Tochter (6) ins Welser Spital begleitet hatte, wurde heimgeschickt. Nur die dreifache Mama, die extra kommen musste, durfte „einchecken“. Die Eltern verstehen diese Regelung nicht.

„Es gibt keine gemischtgeschlechtlichen Zimmer“, erklärt Kerstin Pindeus, Sprecherin des Welser Klinikums. Am Freitag seien alle Zimmer belegt gewesen, als die Sechsjährige mit einem offenen Unterarmbruch eingeliefert wurde. Damit habe man auch dem Vater kein Extrazimmer anbieten können, und ein anderer Vater - mit dem man sich ein „Papazimmer“ hätte teilen können, sei nicht da gewesen.

„Ausnahmen für gemischte Zimmer gibt’s nur, wenn die Frau einverstanden ist, dass sich ein fremder Mann ins Zimmer legt“, erklärt Pindeus. „Die Mutter wurde nicht einmal gefragt, ob es ihr passt“, ärgert sich der Vater aus Stroheim – daheim musste alles umorganisiert werden, damit die berufstätige Mutter im Spital „übernehmen“ konnte.

„Bei uns wird niemand heimgeschickt“
Bei einem Rundruf der „Krone“ in oberösterreichischen Spitälern stieß dieses Vorgehen auf wenig Verständnis. „Wir haben auch keine gemischten Zimmer, aber heimgeschickt wurde noch nie ein Vater“, sagt Karin Königsmayr vom Linzer Kepler-Klinikum. In den gespag-Häusern Rohrbach, Steyr, Vöcklabruck und Kirchdorf gibt’s auch Kinderabteilungen, in denen Mamas, Papas, Omas und Opas als Begleitpersonen willkommen sind. „Wir regeln solche Fragen anlassbezogen, da gibt’s immer Möglichkeiten, heimgehen muss niemand“, so Doris Piringer von der gespag.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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