28.04.2010 15:07 |

"Baaria"

Sexy Monica Bellucci stolziert durch Sizilien

In "Baaria", einer epischen italienischen Familiengeschichte, huldigt Kino-Magier und Oscar-Preisträger Giuseppe Tornatore ("Cinema Paradiso") filmisch seinen sizilianischen Wurzeln. Mit dabei: die bezaubernde Monica Bellucci.

Wenn die Mittagshitze ihr glühendes Schwert auf baumlosen Plätzen schmiedet und die Siesta-Zeit die Menschen des Südens ein geruhsames Schattendasein führen lässt, döst das ganze Städtchen und mit ihm die temperamentvolle Italianità. Doch das ändert sich schlagartig, wenn eine Frau, deren gottgegebene Sinnlichkeit Flächenbrände in den Herzen der Männer legt, die Bühne der Straße betritt – ausschreitendes Erotikon, eine Mischung aus Stolz und Unnahbarkeit im Blick, der Mund ein einziges Versprechen, das üppige Dekolletee mühsam gebändigt von sittsamer Schneiderkunst.

Die Schönheit italienischer Frauen ist bisweilen ein Naturereignis. Schon in "Der Zauber von Malena" wusste Monica Bellucci, Italiens betörendster Leinwand-Export seit Gina Lollobrigida, Sophia Loren und Anna Magnani, ihre ins Auge stechenden Reize in die Waagschale der Versuchung zu werfen. Nun, in Giuseppe Tornatores nostalgisch gefärbtem Generationenepos "Baaria", das uns am Beginn in das Sizilien der 30er-Jahre entführt, spielt sie abermals die laszive Dorfschönheit und Freundin eines Maurers, die für Verkehrschaos und entrückte Männerblicke sorgt.

Bellucci: "Gutes Aussehen ist wie ein Ferrari"
Eine kleine Rolle nur für Monica Bellucci - mit unerhörter Langzeitwirkung. Und die italienische Blickoase, seit bereits 20 Jahren als Model und Aktrice souverän im Geschäft, hat ihre sehr spezielle Meinung zum Thema Schönheit. Bellucci: "Gutes Aussehen ist wie ein Ferrari. Beherrscht man ihn nicht, fährt man ihn gegen die Wand!" Mamma mia, was für ein Vergleich! Dass die 45-jährige Mutter einer Tochter, Deva, 5, als Kampagnengesicht für Dior firmiert, ist wohl durchdachtes Zugeständnis an die reife Verführungskraft der Frau jenseits der Vierzig.

Doch zurück zu "Baaria" und den Koordinaten einer sizilianischen Familiensaga, deren epische Kraft in der Filmmusik des legendären Meisterkomponisten Ennio Morricone ihre akustisch-poetische Umsetzung findet. Es ist dies eine von Schicksal, Liebe, Krieg und Politunruhen geprägte Reise durch das 20. Jahrhundert und zugleich autobiografisch gefärbtes Vermächtnis des italienischen Kino-Magiers Giuseppe Tornatore, der selbst aus der Provinz Palermo stammt, ein Kind Baarias ist. Der lautmalerisch-etymologische Hintergrund dieses kehlig klingenden Stadtnamens geht auf Bagheria bwz. Bab el gherid zurück, was auf Arabisch so viel wie "Tor des Windes" bedeutet.

Im Mittelpunkt steht Peppino, der sich von klein auf gegen alle Widrigkeiten seines oft entbehrungsreichen Lebens zur Wehr setzt. Für ein paar Laib Käse schickt ihn der Vater für Monate als Hilfskraft zu einem Schäfer. Dort fressen die Ziegen das einzige Buch des aufgeweckten Buben. Zurück in der Stadt, wird Peppino als Frischmilchlieferant mit einer Kuh und einem Melkeimer durch die Straßen Baarias ziehen.

Sein Bruder will dem Einberufungsbefehl entgehen, indem er versucht, sich mit einem Hammer den Fuß zu zertrümmern. Er wird dennoch eingezogen und kehrt schwer gezeichnet zurück. Peppino - Francesco Scianna -, indes zum Mann gereift, findet in der schönen Mannina - Margareth Madè -, die das Schneiderhandwerk erlernt, die Liebe seines Lebens. Sie wird ihn gegen den Widerstand der Eltern ehelichen. Neben dem kargen Familienleben und seiner Rolle als junger Vater nimmt Peppinos Politkarriere sehr bald konkrete Züge an.

In Rom besucht er die kommunistische Parteischule. Man schickt ihn sogar in die Sowjetunion, eine Reise, die seinen Horizont schmerzlich erweitert. Als die Agrarreform im verarmten Süden scheitert, geht er  als Gastarbeiter nach Frankreich, um die Familie mit Geldsendungen durchzubringen. Nach seiner Heimkehr wird Peppino für das Parlament in Rom nominiert.

"Schönheit wird schnell langweilig"
Bellucci: "Es ist dies ein Film, der von Herkunft und Heimat erzählt. Auch mich werden meine Wurzeln mein ganzes Leben prägen. Ich bin in einer wunderbaren großen italienischen Familie aufgewachsen, die mich beschützt und geliebt hat. Und wenn man sich geliebt fühlt, dann fühlt man sich auch schön. So einfach ist das. In der Mode- und Filmbranche lernt man ja viele gut aussehende Frauen und Männer kennen. Aber wenn Attraktivität nur Fassade ist, wenn dahinter nichts ist, wird Schönheit schnell langweilig. Und wissen Sie was? Das eigene Schönheitsempfinden ändert sich mit der Geburt eines Kindes völlig. Nicht nur, weil man kurviger wird. Wer seinen Körper neun Monate lang zum Tempel für heranwachsendes Leben macht, tut dies mit Stolz."

von Christina Krisch, Kronen Zeitung 

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