Sa, 25. Mai 2019
16.05.2019 10:42

WHO-Katalog

Videospielsucht jetzt offiziell Gesundheitsstörung

Video- oder Online-Spielsucht gehört künftig zum weltweit gültigen Katalog der Gesundheitsstörungen. Die Diagnose ist in der „Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-11)“ aufgeführt, die die Mitglieder der Weltgesundheitsorganisation WHO auf ihrer Jahresversammlung in Genf vom 20 bis 28 Mai formell verabschieden.

Der erstmals seit 30 Jahren neu gefasste Katalog listet rund 55.000 Krankheiten, Symptome und Verletzungsursachen auf. Ärzte registrieren ihre Diagnosen künftig mit den neuen Codes. Für krankhaftes Video- oder Online-Spielen ist es „6C51“. Damit können präzisere Statistiken erstellt und Gesundheitstrends besser dokumentiert werden, wie Robert Jakob, Gruppenleiter Klassifikationen bei der WHO, im Vorfeld sagte.

Diagnose schwierig
Dass Video- oder Online-Spielsucht neu in den Katalog aufgenommen wird, ist jedoch umstritten, weil die Diagnose schwierig ist. Die Problematik beginnt für die WHO, wenn ein Mensch über mehr als zwölf Monate alle anderen Aspekte des Lebens dem Spielen unterordnet, oder wenn er seine Freunde verliert oder seine Körperhygiene vernachlässigt.

Gegen die Aufnahme hatte vor allem die Gaming-Industrie protestiert. Sie fürchtet, dass Menschen, die viel spielen, plötzlich als therapiebedürftig eingestuft werden. Fachlich sei die Diagnose klar definiert, sagt Jakob. „Es gibt keinen Grund, solches pathologisches Spielen aus dem Katalog zu nehmen. Andererseits darf auch niemand, der einfach viel auf dem Computer oder Handy spielt, als krank bezeichnet werden.“

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