12.05.2019 06:00 |

Bald Bananen und Co.?

Klimawandel: Die Vielfalt im Garten der Zukunft

Endlos lange Sommer, milde Winter und verschwindende Jahreszeiten: Jahr für Jahr winken neue Temperaturrekorde und immer größer werdende Regendefizite. Nicht nur in der Landwirtschaft macht sich der Klimawandel bemerkbar, auch im eigenen Fleckchen Natur fallen die veränderten Gegebenheiten auf. Doch was kann man im eigenen Garten ändern und wie reagieren heimische Gärtner auf diesen Wandel? In der Gartenbauschule Langenlois nimmt man ihn unter anderem zum Anlass, um Neues zu schaffen und auszutesten, was möglich ist, wie Gärtnermeister Christian Kittenberger gegenüber krone.at erzählt.

Im Innenhof des Schulinternats in Langenlois wollen Schüler und Lehrer schon bald erste Versuche mit mediterranen sowie subtropischen Pflanzen starten. „Dort haben wir ein kleines Mikroklima und werden erstmals mehrjährige Staudenbananen und verschiedene Palmenarten kultivieren“, so der Gärtnermeister. Was sich daraus entwickelt, ist ungewiss. Es gehe vor allem darum, zu sehen, „wo die Grenzen des Möglichen sind - wärmetechnisch wie auch wassertechnisch“.

Tropische Pflanzen im eigenen Garten?
In warmen Sommern werde es laut Kittenberger sehr wohl möglich sein, diverse tropische Früchte im eigenen Garten zu kultivieren. Bereits jetzt funktioniere in Österreich der Anbau von Zucker- und Wassermelonen. Wer glaubt, den Zitronenbaum einfach in die Erde pflanzen zu können, liege aber falsch. „Da sind wir klimatisch einfach zu weit entfernt“, so der Meistergärtner. „Hellseher sind wir aber alle nicht“, so Kittenberger weiter. Deshalb werde man weiterhin probieren, was möglich ist. „Man muss heute etwas produzieren, was in fünf Jahren und in zehn Jahren gut funktioniert. Das ist immer eine Herausforderung.“

Der pflegeleichte Garten - mit mediterranem Flair
Kittenberger selbst bevorzuge - trotz subtropischer Pflanzen, die in Österreich bereits Anklang finden - die heimische Vielfalt, die „von alleine wächst. Wer den pflegeleichten Garten haben will, wird - auch in Zukunft - gut beraten sein, heimische Sträucher und Bäume zu nehmen und gewisse Pflanzen als Kübelpflanzen im Terrassenbereich zu halten. Damit holt man sich dann das mediterrane Flair.“

Generell habe man in den vergangenen Jahren - zumindest was den Gartenbau betrifft - ganz gut auf das veränderte Klima reagiert. „Im niederösterreichischen Raum, wo wir ein sehr trockenes Klima haben, haben wir bereits vor einigen Jahren damit begonnen, Bäume zu vermehren, die Trockenstress und Hitze besser standhalten“, so der Gärtnermeister.

Vielfalt ist gefragt
Das Thema Schädlinge werde uns aber auch in Zukunft noch begleiten - vor allem durch steigende Temperaturen, die deren Fortpflanzung begünstigen. Hier solle man allerdings „nicht gleich mit der Chemiekeule draufhauen“, so Kittenberger. Denn für jeden Befall gebe es auch einen Nützling. Dafür brauche es aber auch eine gewisse Vielfalt, auf die wir auch in Zukunft sehr achten müssen. „Hier sind Gärtner mit großem Fachwissen gefragt.“

Wiesen etwa geben unseren Gärten Vielfalt, weil dort verschiedene Blütenpflanzen anzutreffen sind, die wiederum Bienen, Schmetterlingen und anderen Nützlingen zur Verfügung stehen, sagt der Experte. Auch beim Gemüse hat man viele Möglichkeiten: „Mit einer klugen Sortenwahl kann fast das ganze Jahr frisch geerntet werden.“

Fünf Tipps für die Gartengestaltung in Zeiten der Klimaerwärmung

  • Laub- und Obstbäume aber auch Wildhecken sorgen für schattige Plätze im Garten und bieten Vögeln, Insekten und andern Nützlingen wertvollen Lebensraum.
  • Mähen Sie Blumenwiesen nur vor und nach der sommerlichen Hitzeperiode. Dadurch schützen Sie den Boden vor Austrocknung und potentieller Erosion.
  • Verzichten Sie auf niedrig gemähte Rasenflächen. Die zunehmenden Trockenphasen verlangen nach ständigem Bewässern. Eine Alternative bieten Wiesen deren tiefer wurzelnde Blütenpflanzen deutlich robuster sind und den Pflegeaufwand deutlich verringern.
  • Kletterpflanzen an Pergolen, Garten-Hütten oder Mauern reduzieren die in der Sommerhitze entstehende Abstrahlungswärme.
  • Ein Feuchtbiotop - insbesondere in Schatten- und Halbschattenlagen - sorgt für angenehme Luftabkühlung.
Jana Pasching
Jana Pasching
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