Fr, 26. April 2019
19.03.2019 12:53

81 Jahre vergessen

Edtstadler besucht versteckten jüdischen Friedhof

Für viele, die hier leben, bleibt der fast 200 Jahre alte Friedhof hinter seinen hohen Mauern meist unbemerkt. Dahinter liegen überwachsene Wege und verwitterte Grabsteine. Die Republik sowie die Stadt Wien wollen in Kooperation mit dem Verein „Rettet den jüdischen Friedhof Währing“ und der Israelitischen Kultusgemeinde den vernachlässigten Friedhof weiterhin erhalten. Staatssekretärin Karoline Edtstadler (ÖVP) hat am Dienstag der historischen Anlage einen Besuch abgestattet.

„Ich habe früher einmal in Wien-Währing gelebt und wusste, dass hier ein jüdischer Friedhof ist, aber konnte ihn nicht betreten“, erinnert sich Staatssekretärin Edtstadler bei der Begehung des seit März 1938 nicht mehr laufend betreuten Friedhofs. Dennoch ist der in der Biedermeier-Epoche entstandene Ort ein Spiegelbild der damaligen Größen der industriellen Revolution, der Kultur der Ringstraße sowie der Wissenschaft und Künste - ein steinernes Archiv und potenzielles Museum unter freiem Himmel in einem.

Vorbild: Jüdischer Friedhof in Prag
Ziel des Vereins ist es, regelmäßige Führungen samt Museumsbetrieb zu etablieren und das Bewusstsein für den Friedhof bei den Nachbarn und im gesamten Land zu stärken. Vereinsobmann Günther Havranek über die Herausforderungen: „Im Moment machen wir als Verein das Thema Friedhof publik. Die ersten Schritte, die gesetzt worden sind, sind archäologische Arbeiten, Rodungsarbeiten und weitere Freilegungen der Wege und der Grabstellen. Seit 1938 ist hier nichts geschehen, außer dass sich Humus abgelagert hat und Zerstörungen stattgefunden haben. Der Humus wird langsam Schicht für Schicht abgetragen - so arbeiten wir uns vor, an der Zugänglichmachung des Friedhofes.“

Als Vorbild nennt der Vereinschef den jüdischen Friedhof in Prag, der in jedem Fremdenführer erwähnt wird. „Den Währinger Friedhof finden Sie noch in keinem Fremdenführer. Aber das kommt.“

Der Friedhof ist wenig bekannt
In Staatssekretärin Edtstadler hat Havranek eine Verbündete gefunden. Auch sie will den Weg hin zu einem höheren Bekanntheitsgrad und einem besseren Zugang begleiten: „Es geht in erster Linie darum, dass kein weiterer Verfall passiert, weil die Stimmung hier natürlich auch ausgezeichnet wird durch diesen Verfall, durch das Umstürzen von einzelnen Grabsteinen. Aber um ihn begehbar machen zu können für die Öffentlichkeit, ist es natürlich notwendig, dass es auch sicher ist, über das Friedhofsgelände zu gehen.“ Und weiter: „Der Friedhof ist wenig bekannt. Und da braucht es Menschen, die darauf hinweisen. Ich hoffe, dass ich hier dazu beitragen kann, indem ich meine Bereitschaft erklärt habe, als Unterstützerin eintreten zu können.“

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