Do, 21. März 2019
14.03.2019 12:54

Bedauern über Wortwahl

SPÖ-Stadtchefin: „Äthiopien“-Sager doch gefallen

Klagenfurts Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) ist am Donnerstag wegen des Vorwurfs einer Verbalentgleisung in die Offensive gegangen. Der „Äthiopien-Airline“-Sager, wegen dem die FPÖ ihren Rücktritt gefordert hatte, sei eine „Verständnisfrage“ gewesen. FPÖ-Obmann Gernot Darmann dagegen legte bei den Vorwürfen nach und bekräftigte die Rücktrittsforderung.

Am Mittwoch, als die Vorwürfe laut wurden, hatte Mathiaschitz den Sager zunächst dementiert. Es handle sich um „erfundene Behauptungen“, Darmann „erfindet Äußerungen, die in dieser Form nicht gefallen sind“. Einen Tag später ließ sie nun eine Abschrift des Protokolls veröffentlichen, der tatsächlich eine Aussage inklusive „Äthiopien-Air“ enthält. In Wahrheit habe die Bürgermeisterin aber eine Aussage von Vizebürgermeister Wolfgang Germ (FPÖ) „hinterfragt“.

Germ sagte laut Protokoll: „Wenn ich etwas verordnen könnte, würde ich der Schmid-Tarmann (Evelyn, Grünen-Gemeinderätin, Anm.) ein Winterheller-Seminar verordnen.“ Weil der Autor und Coach Manfred Winterheller ein Seminar in Südafrika abhält, habe Mathiaschitz daraufhin die „Verständnisfrage“ gestellt: „Dass sie nicht mehr zurückkommt oder was? Mit der Äthiopien-Air?“ Auch wenn die Vorwürfe der FPÖ falsch seinen, bedaure die Bürgermeisterin ihre Wortwahl, hieß es seitens Stadt.

Stadtchefin droht Klage an
Die FPÖ hatte Mathiaschitz am Mittwoch vorgeworfen, in Richtung Schmid-Tarmann gemeint zu haben, man sollte sie „mit der Äthiopien-Airline wegschicken, damit sie nicht mehr wiederkommt“. Das sei nun erwiesenermaßen falsch, meint die Bürgermeisterin. Deshalb werde sie Darmann klagen, dieser habe „die glatte Unwahrheit“ gesagt.

Lachsalve auf Tonband?
Aus Sicht der FPÖ stellt sich die Sache naturgemäß anders dar. Darmann zitierte den Sager der Bürgermeisterin, den man aus einer im Internet kursierenden Tonband-Kopie herausgefiltert habe. Er entspricht der von der Stadt veröffentlichten Passage, allerdings lacht Mathiaschitz laut FPÖ mehrmals. „Das Tonband belegt, dass das, was ihr vorgeworfen ist, nicht aus der Luft gegriffen wurde“, so Darmann. „Dieser Scherz ist untragbar“ im Zusammenhang mit einem Flugzeugabsturz mit 157 Toten. „Jeder Mensch mit Anstand würde sich an ihrer Stelle entschuldigt haben, bei der Gemeinderätin, aber auch bei betroffenen Angehörigen des Flugzeugabsturzes.“

Stattdessen aber habe Mathiaschitz das Tonband für die anderen Stadtsenatsmitglieder gesperrt und somit ein Beweismittel unterdrückt, erklärte Darmann. Das Band habe sie ihrem persönlichen Anwalt übergeben, „und damit eine weitere Straftat gesetzt“. Weil die Bürgermeisterin die FPÖ-Vorwürfe zunächst dementiert habe, habe sie „die Öffentlichkeit belogen“ und versucht, ihn, Darmann, „anzupatzen“.

Video: Beim Absturz einer Boeing der Äthiopien-Airlines kamen am Sonntag 157 Menschen ums Leben

„Es geht um das Ansehen und die Ehre Kärntens“
Dieser Sachverhalt lasse nur eine Option offen: Den Rücktritt der Bürgermeisterin. Außerdem verlangt die FPÖ „unmissverständliche Worte“ von Landeshauptmann und SPÖ-Landeschef Peter Kaiser. Sollte dieser nicht bis Freitag reagieren, kündigte Darmann eine Landtags-Sondersitzung an, „weil es um das Ansehen und die Ehre Kärntens geht“. Außerdem werde Darmann eine Klage wegen übler Nachrede gegen die Bürgermeisterin einbringen, das sei der schnellste Weg, um an das originale Tonband zu gelangen.

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