03.03.2019 13:12 |

Drohungen im Web

Polizei musste Hundequäler schützen

Ein Fall von grausamer Tierquälerei in Wien hat in der Nacht auf Samstag auf Facebook zu einer Privat-Jagd dem mutmaßlichen Täter und sogar zum Aufruf nach Selbstjustiz geführt. Letztlich musste die Exekutive den 20-jährigen Verdächtigen sogar vor wütenden Menschen schützen. Der junge Mann, der den kleinen Hund misshandelt und die Tat sogar auf Video festgehalten hatte, wurde angezeigt.

Kurz vor Mitternacht kam eine 18-Jährige in eine Polizeiinspektion in Niederösterreich und erstattete Anzeige wegen Verdachts der Tierquälerei. Die junge Frau, die den zehn Monate alten Hund names „Buddy“ nicht mehr behalten konnte, hatte den Vierbeiner vor einigen Tagen in die Obhut eines Bekannten gegeben. Freitagnacht schickte der 20-Jährige ihr dann drei Videos, in denen zu sehen war, wie er das Tier misshandelte.

Hund an Hals gepackt und in Klo gedrückt
Wie auf Facebook behauptet wird, habe der Mann, den kleinen Malteser-Mischling zuvor acht Stunden alleine in die Wohnung gesperrt. „Buddy“ machte daraufhin hinein, woraufhin der 20-Jährige ausrastete: Wie auf den Videos (die Aufnahmen liegen krone.at vor, werden aber bewusst nicht gezeigt), zu sehen ist, prügelte der Verdächtige auf den Hund ein, schleuderte ihn durch den Raum, packte ihn am Hals und drückte ihn ins Klo.

Nachdem die Polizisten diese grausamen Bilder gesehen hatten, fuhren sie sofort in die Wohnung des Verdächtigen nach Liesing. Die Beamten nahmen „Buddy“ mit und brachten ihn in Sicherheit. Der 20-Jährige zeigte sich geständig und wurde wegen Tierquälerei angezeigt.

Hetzjagd nach mutmaßlichem Tierquäler
Damit war der Einsatz aber noch lange nicht zu Ende: Die Videos des mutmaßlichen Tierquälers hatten in der Zwischenzeit die Runde gemacht, eine Fangruppe des SK Rapid postete diese auf Facebook. Da der 20-Jährige in dieser Szene kein Unbekannter ist, wurde er von den Mitgliedern der Gruppe schnell identifiziert. Seine Facebook-Seite, Name, Adresse und Telefonnummer wurden veröffentlicht. Mehrere User riefen dazu auf, dem Mann vor seiner Wohnung aufzulauern und die „Sache selbst in die Hand zu nehmen“.

Betreutes Wohnheim als Tatort
„Um einer möglichen Konfliktsituation vorzubeugen, war die Wiener Polizei mit Bezirkskräften sowie mit Beamten der Bereitschaftseinheit im Bereich des Wohnhauses des 20-Jährigen vor Ort“, sagte Sprecher Daniel Fürst. Stundenlang wachten Polizisten an der Adresse des Mannes - es handle sich um ein „betreutes Wohnheim für intellektuell Beeinträchtigte“. An Ort und Stelle wurden mehrere Identitätsfeststellungen durchgeführt, Vorfälle gab es dank der Anwesenheit der Beamten keine.

Für „Buddy“ wurde nun ein liebevoller Platz gesucht. Schon am Montag soll er zu seiner neuen Familie übersiedeln, wo er die dramatischen Erlebnisse hoffentlich vergessen kann ...

 krone.at
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