Sa, 23. März 2019
23.02.2019 06:00

Vorstände entlassen

Wohnbau-Wirbel bei Eisenbahnern: Die Hintergründe

Die Aufregung ist noch immer groß: Vor einer Woche wurden die zwei Vorstände der BWSG (der gemeinnützigen Bau-, Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft) fristlos entlassen. Einer von ihnen ist Wilhelm Haberzettl, langjähriger Chef zunächst der Eisenbahnergewerkschaft und später der vida und früherer SPÖ-Nationalratsabgeordneter. Was dahintersteckt.

Haberzettl und sein Kollege Andreas Hamerle führten ein Milliardenunternehmen: Die BWSG ist eine der größten Wohnbaugenossenschaften im Land. Sie besitzt 34.000 Einheiten im ganzen Bundesgebiet, Tausende weitere Wohnungen sind im Bau. Hinter der BWSG steht noch immer die Eisenbahnergewerkschaft (jetzt Teil der vida). Sie hat das Unternehmen einst gegründet und beschickt die Gremien.

Gebäude billig veräußert, dann teuer weiterverkauft
Aufsichtsratschef Franz Binderlehner leitete vor einigen Wochen eine Untersuchung ein, da ihm seltsame Dinge zu Ohren gekommen waren. Tochtergesellschaften der BWSG haben Gebäude verkauft, zu einem offenbar sehr niedrigen Preis. Diese wurden kurze Zeit später an einen neuen Interessenten weitergegeben - zu einem auf einmal viel höheren Preis.

Man diskutierte das zunächst intern und verlangte vom Vorstand Aufklärung. „Sie sind aufgefordert worden, Informationen dazu bereitzustellen. Das wurde verweigert, das ist ein eindeutiger Gesetzesverstoß. Daher mussten wir handeln“, erklärt Binderlehner die Entlassung.

Gesamte Gebarung durchleuchtet
Schon vorher wurde ein Wirtschaftsprüfer eingeschaltet, auch der Revisionsverband der Gemeinnützigen startet eine Sonderprüfung. Es soll rasch geklärt werden, ob und in welcher Höhe der Firma ein Schaden entstanden ist. „Wir stehen da erst am Anfang“, so Binderlehner. Bis jetzt geht es um „weniger als eine Handvoll“ Fälle, doch natürlich wird die gesamte Geschäftsgebarung durchleuchtet.

Ob es zu Anzeigen kommen wird, weiß man frühestens in sechs Wochen, wenn die ersten Ergebnisse vorliegen. Binderlehner: „Im Juni haben wir Generalversammlung. Da möchte ich den Genossenschaftern, die unsere Eigentümer sind, alles erklären können.“

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